InzesttabuDas so genannte Inzesttabu ist eine soziale Regel, die den Inzest , d. h. den Geschlechtsverkehr bzw. die Heirat zwischen bestimmten, kulturell festgelegten Kategorien von Verwandten verbietet. Wie andere Tabus wird die Einhaltung des Inzesttabus oft durch übernatürlich begründete Sanktionen kontrolliert. In Deutschland hat das Inzesttabu als Eheverbot rechtsverbindlichen Charakter. Inzesttabus existieren in fast allen bekannten Gesellschaften, wobei sich der Kreis der heiratbaren/nicht heiratbaren Personen von Kultur zu Kultur unterscheidet. Aufgrund moderner wissenschaftlicher Erkenntnisse weiß man, dass das Inzesttabu, bzw. das Verbot von Bruder-Schwester-Ehen, der Rekombination dient und die Wahrscheinlichkeit von Erbkrankheiten, als Effekten der Inzucht, verringert. Allerdings reicht dieses Argument nicht aus, angesichts der Vielfalt möglicher Verwandtschaftssysteme die Existenz und weite Verbreitung der Inzesttabus zu erklären.
Ein Inzesttabu widerspricht nicht dem so genannten Endogamiegebot , bei dem es vorgeschrieben oder auch gerne gesehen ist, wenn eine Person sich Geschlechtspartner in der eigenen Verwandtschaftsgruppe auswählt. Im Totem-System bestehen die Mitglieder einer sozialen Gruppe (Gentilfamilie) nämlich zwangsläufig immer aus Angehörigen verschiedener Totems , da sonst die Einhaltung des Inzesttabus nicht möglich wäre. Dennoch können alle Mitglieder einer solchen sozialen Gruppe genetisch eng mit einander verwandt sein. Das Inzesttabu wirkt immer dann kontraproduktiv, wenn es dazu führt, dass bestehende Inzestverhältnisse ignoriert und totgeschwiegen werden, dass eventuell missbrauchten Kindern keine Hilfe zu Teil wird, weil die Problematik absichtlich nicht wahrgenommen wird. Ein Tabu bedeutet nicht zuletzt eine Blockade des Denkens. BeispielInzest-Verbot in der bürgerlichen FamilieVerwandte ThemenIndex: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Inzesttabu" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Inzesttabu&action=history
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