Frühgeschichtliche und mythische Inzestgebote"Verwandtschaft" verbietet nicht nur inzestuöse Ehen, sie kann (nach Vorstellungen anderer Kulturkreise) ?inzestuöse' Ehen auch gebieten. So ist in Stammesgesellschaften oft die Kreuzkusinenheirat vorgeschrieben (siehe auch Endogamie). - Es kann sogar der eheliche Geschlechtsverkehr zwischen Geschwistern in hoher sozialer Position die Regel sein. Ein Beispiel geben die Pharaonendynastien (geschichtlich im antiken Ägypten, zumal der Ptolemäer) (304 v. Chr. - 30 v. Chr.), als Geschwisterehen des Pharaos häufig waren (vgl. Kleopatra). Ihre Ursache lässt sich aus den antiken Quellen nicht exakt klären, ethnologisch werden sie als Resultat der Machtzentralisierung bei matrilinearer Erbfolge von Hohepriesterinnen bei gleichzeitiger Patrilinearität einer Erbmonarchie angesehen. Soziologisch voraussehbar waren immer auch ideologische Erklärungen ("Reinerhaltung des Blutes", "Ebenbürtigkeit", "Göttlichkeit").In polytheistischen Gesellschaften (z. B. dem antiken Griechenland, bei den Germanen) sind Geschwisterehen von Göttern nicht ungewöhnlich (vgl. Kronos). Ähnliche Themen:
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