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Injakulation: Kritik

Die Übersetzung fernöstlicher Begriffe und Vorstellungen in rational-wissenschaftliche Terminologie ist meist problematisch. Den lusterhaltenden Effekt (Taoismus) mit der in Prostata und Samenblase verbleibenden Samenflüssigkeit erklären zu wollen, ist nach schulmedizinischer Sicht unangebracht. Wissenschaftlich gesehen wird dem Körper kein Samenerguss "vorgegaukelt". Es finden alle Muskelkontraktionen und Hormonausschüttungen statt, die mit einem Orgasmus und einer Ejakulation verbunden sind, das Sperma wird lediglich nicht ausgeschieden. Die bei einem männlichen Orgasmus in der Regel auftretende Ausschüttung der Hormone Oxytocin und Prolactin wird also durch eine wie auch immer herbeigeführte Injakulation nicht unterbunden. Da es klare Hinweise darauf gibt, dass eine solche hormonelle Ausschüttung beim Mann die Refraktärphase verursacht ist aus Sicht der medizinischen Wissenschaft durch eine Injakulation keine Verhinderung der Refraktärphase erreichbar und damit ein lust- und erektionserhaltender Effekt mehr als fragwürdig.

Die Harn-Samen-Röhre erst hinter dem Samenleitereingang zu verschließen (in Richtung Penis), ist leichter und deshalb wahrscheinlicher, als das Verschließen allein des Samenleiters - siehe Abbildung. Das hierdurch bedingte "Umleiten" der Samenflüssigkeit in die Harnblase ist unproblematisch. Wenn bei der Ausführung einer Injakulation keine funktionelle Störung vorliegt, wird das zurückgehaltene Sperma mit dem nächsten Harn- oder Samenfluss ausgeschieden.

Eine "Wiederaufnahme" der Samenflüssigkeit allein durch die Prostata ist zumindest zweifelhaft. Teilweise wird sogar behauptet, die Flüssigkeit werde "durch das Blut wieder absorbiert", was aus medizinischer Sicht völlig ausgeschlossen ist. Nährstoffe resorbiert der Organismus im Darm über die Schleimhäute und dort werden sie in die Blutbahn gelenkt. Auch die äußere Haut ist zur Resorption fähig. Drüsen, Samenleiter und Harnröhre jedoch nicht, sie produzieren und transportieren.

Als sichere Verhütungsmethode ist die Injakulation ungeeignet, ebenso wie der Coitus interruptus, da schon einige Zeit vor der Ejakulation samenhaltige Flüssigkeit aus dem Penis austreten kann (Präejakulation; siehe auch Bulbourethraldrüse).

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