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Induratio penis plastica: Behandlung

Die Behandlung der IPP wurde bisher in Deutschland vernachlässigt und neue Erkenntnisse wurden nicht umgesetzt. In der Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes vom 2. Februar 2007 haben Klotz/Mathers/Somme, die gängigsten Behandlungsmethoden rückwirkend betrachtet und kommen zu folgendem Schluss:

  • Medikamentöse Therapie: "....konnte in einer placebokontrollierten Studie kein Effekt....nachgewiesen werden" sowie "Die klinischen Endpunkte waren somit negativ".
  • Stoßwellentherapie: "Trotz der raschen Verbreitung dieser Therapie konnte in prospektiven und randomisierten Studien kein Effekt....nachgewiesen werden...."
  • Radiotherapie: "Die Ergebnisse ähneln denen der extrakorporalen Stoßwellentherapie...., so daß diese Therapie nicht empfohlen werden kann." Hier ist noch anzufügen, dass eine erhebliche Strahlenbelastung des Patienten auftritt.

Die Autoren Klotz/Mathers/Sommer kommen zu dem Schluss, dass nach Ablauf der ersten sechs Monate, in denen der Patient auf eine Spontanheilung hoffen darf, die operative Behandlung die einzig erfolgsversprechende ist.

Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn die zur Verfügung stehenden Operationstechniken unterscheiden sich erheblich in Effekt und Risiko.

Es muss grundsätzlich unterschieden werden zwischen:

Nesbit-Technik: Bei dieser seit 1965 bestehenden Technik wird der kranke Anteil belassen und die gesunde Gegenseite geschädigt (verkürzt, dupliziert) um den Penis wieder zu begradigen. Im o.g. Artikel heißt es hierzu: (Zitat) "....der Penis (wird) zwar begradigt aber auch gleichzeitig verkürzt." Diese Aussage ist richtig, aber noch zu verharmlosend: Sollte der Operateur zu viel duplizieren, verkrümmt der Penis zur anderen Seite. Eine erneute Operation mit erneuter Verkürzung wird dann nicht selten angeschlossen.

Plaqueentfernung: Dies ist ein seit über 15 Jahren existierendes, wohl aufgrund des Schwierigkeitsgrades und der hohen Anforderungen an den Operateur in Deutschland nur in wenigen Zentren durchgeführtes Verfahren, dass den Plaque entfernt und den Penis dadurch OHNE Verkürzung wieder begradigt. In Spezialzentren liegt das OP-Risiko bei 3-5 %; ungeübte, ungeeignete Operateure haben jedoch bis zu 30 % Risiko. Hier muss der Patient sehr auf der Hut sein, in welche Hände er sich begibt.

Eine Operation sollte nicht innerhalb der ersten sechs Monate nach Erstauftreten erfolgen, da dann die Gefahr des Auftretens weiterer Plaques besteht.

Eine operative Therapie sollte immer die Entfernung des Plaques und die nachfolgende vollständige Wiederherstellung der Funktion mittels geeignetem Eigengewebstransplantats als Ziel haben. Dies gelingt bei den meisten Patienten. Eine andere effektive Therapie der chronischen IPP gibt es bislang nicht.

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