Im Reich der Sinne

Im Reich der Sinne ist der wohl bekannteste Film des japanischen Regisseurs Nagisa Oshima, der bei seinem Erscheinen zunächst für einen Skandal sorgte.

Handlung

Kichizo ist der Besitzer eines Geisha-Hauses, in dem Sada als Dienerin und Prostituierte arbeitet. Zwischen den beiden entwickelt sich eine leidenschaftliche Beziehung. Kichizo verlässt seine Familie, um ganz bei Sada zu sein und verfällt ihr immer mehr.

Abgeschottet von der Außenwelt geben sie sich ihrer grenzenlosen sexuellen Begierde hin. Gemeinsam dringen sie immer tiefer in eine Erfahrungswelt aus Leidenschaft, Gewalt und Lustschmerz ein. Ihre Lust bricht mit sämtlichen Tabus und führt schließlich zu Kichizos Tod. Sada tötet ihn auf seinen Wunsch hin beim Liebesakt. Der Film endet mit seiner Kastration .

Die Geschichte des Films soll auf eine reale Begebenheit aus dem Jahr 1936 zurückgehen.

Erstaufführung

Nagisa Oshima drehte in Tokio, musste das Filmmaterial allerdings zur Entwicklung und Fertigstellung nach Paris schicken, "weil kein japanisches Laboratorium es anzurühren wagte ". (David Robinson)

Als das fertige Werk bei der Berlinale 1976 in Berlin gezeigt werden sollte, kam es zum Eklat. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte den Film als "harte Pornographie". Ein Jahr später wurde er allerdings ungekürzt freigegeben und erhielt von der Filmbewertungsstelle das Prädikat "besonders wertvoll". Im Jahr 1978 kam der Film bundesweit in die deutschen Kinos. In Japan war dagegen nur eine stark gekürzte Version zu sehen.

Trotz eindeutiger Szenen und Aufnahmen ist "Im Reich der Sinne" kein pornographischer Film. Es ist vielmehr die Geschichte einer Beziehung, in deren Verlauf sich die Personen verändern und nach und nach den Bezug zu ihrem Alltag verlieren. Kichizo, der Arbeitgeber und anfangs der Fordernde, unterwirft sich immer mehr. Sada, die Dienerin und Untergebene, übernimmt die Führung und treibt sie beide mit zusehends extremeren sexuellen Wünschen dem tragischen Ende entgegen.

Kritiken

  • Lexikon des internationalen Films: Oshima verzichtet sowohl auf narrative Ausschmückung der Handlung als auch auf psychologische Motivation der Figuren. Statt dessen beschreibt der Film in äußerster ästhetischer Reduktion die menschliche Sexualität als eine nicht kontrollierbare, in letzter Konsequenz zerstörerische Kraft.
  • Richard Eder spricht dem Film in der New York Times die Eigenschaft als Kunstwerk ab, in dieser Hinsicht sei er ein klarer Fehltritt (blunder ). Wenn der barbarische Akt am Ende auch der Logik der Handlung entspreche, so entbehre er jedoch jeder emotionalen Rechtfertigung.

Hintergrund

Literatur

Siehe auch

Weblinks

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