Homosexualität in Thailand

Gesellschaftlich sind Homosexualität und Cross-Dressing in Thailand weitgehend toleriert. Rechtlich gesehen genießen Homosexuelle jedoch eher weniger Rechte.

Legalität

Das letzte Sodomie-Gesetz wurde 1956 außer Kraft gesetzt.. Seit 2002 wird Homosexualität im Recht nicht mehr als psychisches Problem oder Krankheit angesehen.

Nach einer Klage von Samart Meecharoen, der seinen Job verloren hatte, bekommen Homosexuelle und Katoys auch beim Militär nicht mehr den Vermerk "Hat Geistesstörung" in den Musterungsbescheid. Dies wurde im August 2005 beschlossen und war damit erstmals zur Musterung ab April 2006 wirksam. Vor allem weiblich agierenden Männern werden jedoch "Probleme mit der sexuellen Identität" bescheinigt und sie sind vom Militärdienst ausgeschlossen. Davor jedoch wurden alle jungen Männer zum Militärdienst berufen, außer Homosexuelle und Transsexuelle, die wegen "psychischer Verwirrungen" ausgeschlossen wurden.

Es gibt keine Gesetzte gegen Homosexuelle, außer wenigen Buddhistischen Regelungen, die offen Schwulen den Zugang zum Mönchstum verwehren.

Antidiskriminierungsgesetze

In der 2007 durch Referendum angenommenen thailändischen Verfassung wird die sexuelle Identität geschützt.

Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften

Besonders die Nachricht von Elton Johns Hochzeit veranlasste viele Schwule die Regierung zu kritisieren, da bisher keine Öffnung der Ehe vorgesehen ist und weder Eingetragene Partnerschaften noch ein Uneingetragenes Zusammenleben von der Regierung offiziell anerkannt werden. Ungeachtet dessen sind jedoch viele thailändische Schwule und Lesben in größeren Städten wie Bangkok oder westlich orientierten Gebieten wie Phuket und Pattaya in der Öffentlichkeit geoutet.

Am 29. Juni 2007 beschloss die verfassungsgebende Versammlung, ein Diskriminierungsverbot aufgrund der sexuellen Orientierung in die neue Verfassung aufzunehmen, was bis Mitte Juni noch abgelehnt wurde. Dies könnte den ersten Schritt zur gesetzlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen in Thailand darstellen.

Gesellschaftliche Situation

Die Thailändische Schwulencommunity ist eine der am stärksten sich offen-bekennenden der Welt, obwohl ein Coming-out im eigenen Familienkreis eher selten ist. Der familiäre Druck zu heiraten ist viel geringer als in etwa westlichen, indischen oder islamischen Familien.

In Thailand finden jährliche Gay Pride Paraden statt, etwa in Bangkok, Pattaya, und Phuket. Das Gesundheitsministerium arbeitet mit den Schwulen-Verbänden zusammen, um Aufklärung und Prävention von AIDS zu stärken. Schwule und Transvestiten sind stark in Filmen und Fernsehen (Seifenopern) vertreten. Selbst in Schulen existieren schwule oder transsexuelle Sport- und Cheerleaderverbände.

Seit dem Jahr 2002 etabliert sich auch die Lesbencommunity stärker, da erstmal größere Lesbenbars und Clubs in Bangkok eröffnet werden. Der Militärputsch von 2006 hat die LGBT-Community nicht beeinträchtigt.

Siehe auch

Weblinks

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