Homosexualität im Neuen Testament

Obwohl Homosexualität im Neuen Testament der Bibel kaum explizit genannt wird, haben die wenigen Aussagen starken Einfluss auf die Morallehre der christlichen Kirchen genommen. Sexuelle Handlungen zwischen gleichgeschlechtlichen Personen werden nur in den Paulusbriefen erwähnt und dort strikt abgelehnt. Die große Mehrheit der Ausleger sehen im Neuen Testament einen Konsensus, dass sexuelle Handlungen nur innerhalb der Ehe zwischen Mann und Frau akzeptiert sind und Promiskuität strikt verurteilt wird.

Paulusbriefe

Im Römerbrief erwähnt Paulus den mannmännlichen Beischlaf in Bezug auf die Heiden. So wie die Menschen in ihrer Religion Geschöpfe statt den Schöpfer verehrten, habe der Schöpfer sie zur Strafe der schändlichen "Vertauschung" ihrer Leidenschaften überlassen:

Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung. (Röm|1|26f).

Der gleichgeschlechtliche Verkehr wird als Folge, nicht als Ursache der Ablehnung Gottes dargestellt. Ob sich der erste Satz auf lesbische Sexualität oder auf männlich-weiblichen Analverkehr bezieht, ist unklar, da bei der Rede vom natürlichen Verkehr der Frauen die Präzisierung "mit Männern" fehlt.

Einige Ausleger haben die Ansicht vertreten, dass der Abschnitt des Römerbriefs ( bis, also einschließlich ) nicht aus der Hand des Apostels stamme, sondern eine spätere Einfügung sei.

Neben dem Römerbrief gibt es auch zwei weitere Stellen, an denen mannmännlicher Beischlaf verurteilt wird. So heißt es im ersten Korintherbrief (und ähnlich im ersten Brief an Timotheus, ):

Wißt ihr denn nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer, keine Räuber werden das Reich Gottes erben. (1_Kor|6|9).
Die Begriffe, die der Autor im griechischen Original benutzt, sind (malakos eigentlich "weich", "schwach") in der Bedeutung von "schmachtend", "effeminiert" und (häufiger arsenokoites /arrhenokoites , "mit-Männern-Lieger", lat. cinaedus ). Die Einheitsübersetzung (im NT ökumenisch), welche diese Bezeichnungen mit "Lustknabe" bzw. "Knabenschänder" übersetzt, deutet diese Begriffe altersbezogen in Richtung einer Verurteilung der Päderastie .

Diese Stellen der Paulusbriefe sind die einzigen Belegstellen des Neuen Testaments, in denen der gleichgeschlechtlichen Verkehr ausdrücklich erwähnt und verurteilt wird.

Johannesevangelium

Matthäusevangelium

Judasbrief

Literatur

Siehe auch

Weblinks

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