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Hoden: Kulturgeschichtliche Bedeutung

In der Japanischen Mythologie werden Tanuki, dem Marderhund ähnliche Dämonen (Y?kai), als Glücksymbol häufig mit übergroßen Hoden dargestellt. Im antiken Griechenland wurden Genitalien von Tieren, insbesondere Stieren (Taurobolium), als Opfer dargebracht. Im antiken Rom wurde ein Eid mit Berühren der Hoden geleistet, das lateinische Wort testis für Hoden bedeutet eigentlich Zeuge (von tertius und stare - "als Dritter dabeistehen"). Hoden galten als Symbol der Manneskraft und auch der schöpferischen Potenz. Nach Taylor hatten sie bis in das späte 16. Jahrhundert noch eine stärkere Symbolkraft als der Penis.

Botanik

Den Pflanzen, die in ihrer Erscheinungsform männlichen Genitalien ähneln, wurde im Aberglauben eine aphrodisierende und fruchtbarkeitssteigernde Wirkung zugeschrieben. Aufgrund der Ähnlichkeit der beiden Wurzelknollen der Knabenkräuter mit den Hoden benannte sie der griechische Philosoph Theophrastos von Eresos Orchis, die griechische Bezeichnung für Hoden. Ihr Verzehr sollte angeblich der Geburt eines Knaben förderlich sein ("Knabenkraut"). Orchis war später für die gesamte Familie der Orchideen namensgebend.

Der Name Avocado leitet sich von dem indianischen Wort "ahuacatl" (Hoden) ab, der auf die hodenähnliche Form der Frucht dieses Baumes Bezug nimmt.

Hoden in der Kunst

In der Kunst spielen Hoden, im Gegensatz zum Phallus, außerhalb der Erotik und Pornografie keine zentrale Rolle. "Blut und Hoden" , ein phonologisches Wortspiel zur Blut-und-Boden-Ideologie, wird in der Kunstkritik häufig abwertend verwendet.

Eine der Figuren in Thomas Manns "Tristan" ist Herr Klöterjahn ("Klöten" ist der niederdeutsche Ausdruck für Hoden, ein Symbol für Lebenstüchtigkeit und Vitalität). Im 2002 erschienenen Roman "Sanningen om Sascha Knisch" (dt. Titel "Die Wahrheit über Sascha Knisch", 2003) des schwedischen Autors Aris Fioretos sind die Hoden das Leitmotiv. Der deutsche Film "Eierdiebe" thematisiert das Thema Hodenkrebs und Verlust eines Hodens.

Hoden als Lebensmittel

Hauptartikel: Hoden (Lebensmittel)

Hoden werden in vielen Regionen als Nahrungsmittel verarbeitet. Deutschland war das einzige Land in der EU, in dem Hoden als Lebensmittel verboten waren. Nach der EU-Verordnung Nr. 853/2004 vom 29. April 2004 gelten jedoch Hoden als einzige Geschlechtsorgane als Lebensmittel, alle anderen sind als ungeeignet zum Genuss (Konfiskate) eingestuft.

Sonstiges

  • Der US-Amerikaner Gregg Miller erhielt für die Entwicklung von Hodenprothesen für kastrierte Hunde 2005 den Ig-Nobelpreis für Medizin.
  • Volkswagen hatte im März 2006 in einer Plakatkampagne den Golf GTI mit "Turbo-Cojones" beworben. Im Englischen steht der Begriff Cojones übertragen für Mut und Kühnheit, im Spanischen bedeutet die Wortkombination aber "Turbo-Hoden". Aufgrund massiver Proteste wurde die Werbeaktion zurückgezogen.

Zitate

  • "Von allen Schönheiten des menschlichen Körpers sind es die Hoden, die mich am meisten faszinieren." (Salvador Dalí, 1904-1989)

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