Hito SteyerlHito Steyerl (* 1966 in München) ist eine deutsche Videokünstlerin und Autorin. In ihren Filmen thematisiert sie insbesondere interkulturelle Fragen von Migration und Globalisierung. Mit ihnen nahm sie an mehreren Filmfestivals und Kunstausstellungen teil, zuletzt an der documenta 12 in Kassel. Steyerl studierte von 1987 bis 1990 in Tokio Kino- und Dokumentarfilm bei Imamura Shohei und Hara Kazuo. Danach arbeitete sie für zwei Jahre im Team von Wim Wenders als Regieassistentin und studierte im Anschluss an der Hochschule für Fernsehen und Film in München Dokumentarfilm und promovierte in Philiosophie an der Akademie der Bildenden Künste, Wien. Nach verschiedenen Lehraufträgen und Gastprofessuren in Berlin, Wien, München und Hannover war sie Dozentin für Cultural Studies und Postcolonial Studies am Goldsmiths College in London. Sie ist gegenwärtig Gastprofessorin für experimentelle Film- und Videogestaltung (Neue Medien) an der Universität der Künste Berlin. documenta 12Auf der documenta 12 war Steyerl mit ihrer Bondage-Videoinstallation "Lovely Andrea" vertreten, die verschieden Japanbondages und realen Gewaltszenen miteinander verband. Der Essayfilm schildert die Suche der Künstlerin nach 1987 in Tokyo tatsächlich aufgenommen Fotos die sie selbst als Bottom bei Nawa Shibari zeigen. Ihre Suche führt sie die unter anderem durch die Bondageszene und Sexarchive der Stadt. Einige Wochen vor Eröffnung der documenta 12 sorgte der Film für Aufsehen, da er unter der URL der Kunstausstellung anstatt der documenta-Website als youtube-Fenster eingestellt worden war. Steyerl hatte als 19jährige während ihrer Studienzeit in Japan als Bondage-Modell gejobbt und äußerte in Interviews, sie sei später in Zusammenhang mit Bildern aus Guantánamo und Abu Ghraib zum Nachdenken über die damit einhergehende Pornografisierung der Politik gekommen. Aus ihrer Sicht hat man es "... hier mit einer Art von politischem Bondage von ungeahnten Ausmaßen zu tun." Der Film wurde im Vorfeld der documenta 12 einige Tage lang auf dem Internetauftritt der Veranstaltung prominent verlinkt. In Teilen der deutschen Presse warf dies die Frage auf,ob die Webseite gehackt worden sei oder ob es sich um eine offensichtliche Public Relations-Maßnahme handele. Der Film wurde später im Museum Fridericianum projiziert. Eine weitere Installation im Aue-Pavillon zeigte scheinbar drei orange-rote Bilder, die tatsächlich an der Wand hängende Bildschirme waren, die ausschließlich die reine Farbe ausstrahlten. Weblinks
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