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Herpes: Behandlung

Behandlung des Lippenherpes

Moderne Medikamente

Moderne Medikamente bringen vorübergehend meist gute Ergebnisse. In Deutschland zur Behandlung zugelassen sind Stoffe wie Aciclovir, Valaciclovir, Penciclovir, Melissenextrakt und Zinksulfat, auch in Kombination mit Heparin. Cremes oder Salben mit diesen Wirkstoffen sind auch rezeptfrei erhältlich.

Durch den weit verbreiteten Einsatz von Aciclovir für diese leichte Symptomatik wird die Häufigkeit von Aciclovir-resistenten Herpes simplex Viren gesteigert. Es gibt jedoch mittlerweile einige andere Virostatika.

Die Abheilung der Lippenbläschen sollte innerhalb von 10-12 Tagen erfolgen. Kinder, Schwangere und Personen mit schweren Verläufen und längerer Erkrankung sollten unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Bei häufigen Ausbrüchen, etwa mehrmals im Jahr, wird von einigen Betroffenen behauptet, das frühzeitige Aufstechen der Bläschen beschleunige den Heilungsverlauf und vermindere die Ansteckungsgefahr durch das geringere Volumen der auslaufenden Flüssigkeit. Tatsächlich erhöht sich durch das Aufstechen jedoch das Risiko, zusätzlich an einer bakteriellen Infektion des Gebiets, einer sog. Superinfektion, zu erkranken. Da die Flüssigkeit in den Bläschen nur ein Symptom und nicht die Ursache der Erkrankung ist, tritt die Heilung durch das Aufstechen auch keineswegs schneller ein, das Risiko andere Menschen zu infizieren wird durch das dauerhafte Aussickern der Flüssigkeit aus dem Wundgebiet jedoch erhöht.

Eine vollständige und dauerhafte Heilung ist bisher nicht möglich, denn die Einwirkung auf infizierte Stellen der Hauteffloreszenz erreicht nicht die Viren, die sich im Körperinneren in Nervenganglien aufhalten.

Hausmittel und alternative Behandlungsmöglichkeiten

Die Wirksamkeit von Hausmitteln konnte bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Zu diesen Methoden gehört das Betupfen mit Zahnpasta, Melissengeist, mit heißem, frisch abgekochtem Wasser oder das Einreiben mit feingemahlenem schwarzen Pfeffer. Die Erforschung der antiviralen Wirksamkeit von Knoblauch, Teebaumöl oder Ähnlichem hat noch keine Hinweise auf eine Wirkung am Menschen erbracht. Bei Teebaumöl gibt es inzwischen Hinweise auf Hautirritationen nach mehrfacher Anwendung.

Nach einigen medizinischen Fachartikeln, die vorwiegend aus den 1980er Jahren stammen, kann das Antioxidationsmittel Butylhydroxitoluol (BHT) die Dauer der Bläschenbildung von durchschnittlich 2.4 auf 2.0 Tage verkürzen . Die Häufigkeit und Schwere des Auftretens von Herpeserkrankungen wurde jedoch nicht verkürzt. Zusätzlich wurden bei systemischer Einnahme des BHT Vergiftungserscheinungen und Pseudoallergien beobachtet, so dass von dieser Behandlung abgeraten werden muss.

Einer neueren Untersuchung mit 16 Probanden zufolge scheint Honig eine Alternative zu Aciclovir zu sein , . Die Dauer einer unbehandelten Herpesattacke von durchschnittlich 7-12 Tagen minderte sich bei Anwendung von Aciclovir bzw. Honig auf im Mittel 5,5 bzw. 2,5 Tage, wobei der Unterschied statistisch signifikant war. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind jedoch noch nicht endgültig überprüft. Berichte einiger Patienten mit immer wiederkehrendem Lippenherpes über (vorübergehend) erfolgreiche Behandlungen mit einer oder mehreren dieser Methoden werden mit einem Placeboeffekt erklärt.

Vorbeugung

Einige Vorbeugemöglichkeiten, welche einen Herpes-Ausbruch verhindern können, werden kontrovers diskutiert. Dazu zählt die Vermeidung zu starker Sonnenbestrahlung (Lippen mit Sunblocker-Lippenstiften schützen), sowie die allgemeine Stärkung der Abwehrkräfte durch gesunde Ernährung, Bewegung und ausreichend Schlaf. Dagegen ist es ein Irrtum zu glauben, ein Wiederaufflammen des Lippenherpes sei bereits dadurch zu vermeiden, dass man nie aus einem benutzten Glas trinkt.

In Untersuchungen an Gewebekulturen kam es zu einer Verringerung des Viruswachstums, wenn das Verhältnis der Aminosäuren Lysin und Arginin zugunsten des Lysin verschoben ist. In einer kleinen klinischen Studie konnten des Weiteren Hinweise für die positive Wirkung einer lysinreichen Diät gewonnen werden . Die Aussagekraft dieser Daten ist jedoch weitgehend unklar, eine lysinreiche und argininarme Kost könnte jedoch die Häufigkeit, Dauer und Schwere von Herpeserkrankungen positiv beeinflussen. Die besten natürlichen Lysinquellen sind u.a. Fisch (besonders Lachs), Huhn, Rind, Schaf, Schwein, Milchprodukte (Käse, besonders Greyerzer), Bohnen, Hefe und Soja. Arginin findet sich vor allem in Nüssen (besonders in gerösteten Erdnüssen, da Lysin empfindlich auf trockene Hitze reagiert und somit dann der Arginingehalt in diesem Nahrungsmittel extrem hoch ist), Kartoffelchips, Sesam, Schokolade, Kokosnuss, Vollreis und Vollkornbrot.

Behandlung des Genitalherpes

Eine Behandlung des Herpes simplex der Geschlechtsorgane ist mit Tabletten oder Infusionen möglich. Hierbei werden Wirkstoffe wie Aciclovir, Famciclovir und Valaciclovir angewendet. Cremes oder Lösungen sind in leichteren Fällen auch ausreichend wirksam. Die Behandlung gehört auf jeden Fall in die Hand eines Arztes.

Behandlung von Aciclovir-resistenten Infektionen

Bei der Behandlung von Aciclovir-resistenten Infektionen wird in der Regel der Wirkstoff Foscarnet (Foscavir® oder Triapten ®) eingesetzt.

Behandlung weiterer Herpeserkrankungen

Neben Aciclovir, Famciclovir und Valaciclovir stehen weitere Nukleosid-Analoga zur Verfügung, die wie die bereits genannten in der Therapie der Gürtelrose, der Zytomegalie oder der Windpocken bei Patienten mit geschwächter Immunabwehr eingesetzt werden. Hierzu zählen Brivudin und Cidofovir.

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