Herbertstraße

Die Herbertstraße ist eine Straße in Hamburg, die zur Prostitution heute von rund 250 Frauen genutzt wird.

Die Herbertstraße (ehem. Hermannstr.) liegt in St. Pauli in der Nähe der Reeperbahn . Sie ist etwa 60 Meter lang und an beiden Enden mit Barrieren abgesperrt, so dass kein Einblick von außerhalb möglich ist. Der Zutritt ist erst ab 18 Jahren erlaubt und für Frauen nur nicht empfohlen und nicht, wie auf Beschriftungen an den Barrieren zu lesen ist, verboten.

In den Häusern an der Herbertstraße sitzen die Prostituierten in Dessous auf Hockern in Schaufenstern, präsentieren ihre Körper und warten auf Freier bzw. sprechen die männlichen Passanten bei geöffnetem Fenster an. Die Prostituierten reagieren auf Besucher, die nur zum Schauen kommen, gelegentlich aggressiv. So kann es vorkommen, dass Frauen, die die Straße entgegen dem „Verbot“ betreten, mit wasser- oder parfümgefüllten Kondomen beworfen werden.

Zur Zeit des Nationalsozialismus herrschte ein Verbot von Striptease und Prostitution . Da jedoch ein Verbot des in St. Pauli typischen Gewerbes nicht konsequent durchgesetzt werden konnte, wurden diese Tätigkeiten nur in einer Gasse geduldet – in der Herbertstraße. Damit niemand im Vorbeigehen sehen konnte, was eigentlich nicht sein durfte, ließ die Gauleitung Sichtblenden an beiden Enden der Straße errichten. Diese Blenden stehen bis heute.

1967 drehte der Hamburger Regisseur Jürgen Roland in der Herbertstraße Szenen mit Prostituierten für den Film Polizeirevier Davidswache über die gleichnamige Polizeiwache an der Reeperbahn .

Der Radiosender ENERGY 97,1 erhielt im September 2005 ein Bußgeldbescheid von 10.000 Euro durch die Hamburger Anstalt für Neue Medien, da er im März die Sendung Morning Live aus der Herbertstraße ausgestrahlt hatte, deren Inhalt aufgrund "der jugendbeeinträchtigenden Darstellung sexueller Praktiken und Angebote von Prostituierten" beanstandet worden war. Während der Sendung hatte die Studio-Moderatorin mehrfach live zu zwei Reportern und zwei Prostituierten in die Herbertstraße geschaltet, wobei die beiden Prostituierten ausführlich über ihre Dienste berichteten.

Die Herbertstraße ist nicht nach einer speziellen Person benannt, sondern Teil eines Namenskonzeptes „männliche Vornamen mit alphabetisch fortschreitendem ersten Buchstaben“, genau wie die benachbarte Davidstraße (bekannt durch die Davidwache).

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