Heinrich PudorHeinrich Pudor , (* 31. August 1865 in Loschwitz bei Dresden; gest. 22. Dezember 1943 in Leipzig) war ein völkisch-nationaler Publizist und einer der Pioniere der Freikörperkultur in Deutschland. Er verwendete auch die Pseudonyme Heinrich Scham und Ernst Deutsch . LebenHeinrich Pudor wurde als Sohn von Friedrich Pudor, dem Leiter des (privaten) "Königlichen Landeskonservatoriums" in Dresden, und dessen Gattin Elisabeth geborene Schultz und geboren. Von 1884 bis 1889 studierte er Philosophie, Archäologie und Musik in Heidelberg und promovierte über Philosophiegeschichte. 1890 wurde er Nachfolger seines Vaters am Konservatorium in Dresden. Um 1895 heiratete er die Jüdin Susanne Jacobi. Später wurde diese Ehe geschieden. Seine zweite Ehe ging er mit Linda Prill ein. Zwischen 1893 und 1906 schrieb Pudor unter seinem Pseudonym zahlreiche Aufsätze zur Freikörperkultur und über Sexualität . Seit 1905 veröffentlicht er außerdem antisemitische Schriften. Etwa 1911 wurde Pudor Mitglied des Alldeutschen Verbandes. Am Ersten Weltkrieg nahm er 1915/16 als Freiwilliger teil. 1917 versuchte er vergeblich, eine völkische Organisation unter dem Namen Deutscher Volksrat zu gründen. Zu dieser Zeit war er noch als Publizist tätig. 1924 wurde er als Herausgeber der Zeitschrift Hakenkreuz zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Obwohl Pudor mit der Ideologie des Nationalsozialismus eindeutig sympathisierte, geriet er in Konflikt mit der NSDAP. Da er keine anderen Einkünfte bezog, gestand ihm Adolf Hitler Anfang der 1930er Jahre einen "Ehrensold" für seine publizistischen Verdienste von 300 Reichsmark monatlich zu. Die Aufnahme in die NSDAP wurde ihm verweigert. Die Nacktkultur wurde von den NS-Machthabern zunächst abgelehnt, FKK-Vereine 1933 verboten. Erst 1942 kam es per Reichsverordnung zu einer Lockerung. Vom Herbst 1933 bis Juli 1934 saß Pudor in sogenannter Schutzhaft auf Grund des Vorwurfs der "Verächtlichmachung führender Persönlichkeiten der Reichsregierung". 1934 wurde ihm erneut "Kritik an Regierungsmaßnahmen" vorgeworfen und in der Folge seine Schriften von der Reichsschrifttumskammer als "unerwünscht" beschlagnahmt. Heinrich Pudor starb 1943 im Alter von 78 Jahren in Leipzig. Veröffentlichungen (Auswahl)
Herausgebertätigkeit
QuelleLiteraturWeblinksVerwandte ThemenIndex: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Heinrich Pudor" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Heinrich+Pudor&action=history
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