Gummifetischismus

Gummifetischismus ist eine Variante des sexuellen Fetischismus , bei der Kleidungsstücke oder Gegenstände aus Latexkleidung als Fetisch dienen. Rund um den Gummifetischismus hat sich ein Markt für Mode und Accessoires aus Gummi entwickelt (Modenschauen, Kataloge, Spezialgeschäfte etc.). Das Latex/Gummi-Material wird auf nackter Haut getragen; dabei entsteht ein Gefühl einer zweiten Haut und eines "Eingeschlossenseins".

Positive Assoziationen

Das Tragen von Latexkleidungsstücken wird von Trägern und Trägerinnen durchweg als sehr stark anregend empfunden. Dies schließt eine sexuelle Ebene nicht unbedingt aus. Der Geruch mit geruchlosem Silikonöl gepflegter Gummikleidung wird vom Träger als angenehm empfunden. Das Geräusch beim An- und Ausziehen und Bewegen (Wallen, gegeneinander Verschieben, Quietschen etc.) wird ebenfalls als angenehm empfunden. Durch enganliegendes Latex wird die Körperform betont. Bei poliertem Latex gibt es zusätzlich noch Lichtreflexe, die die Form betonen. Latexkleidung ist sehr angenehm zu tragen, da es sich der Körperform anpasst. Nach einiger Zeit schwitzt man jedoch sehr stark, was besonders bei hohen Temperaturen gefährlich werden kann, da der Körper sich nicht mehr abkühlen kann.

Negative Assoziationen

Das Tragen von Latexkleidung ruft bei vielen Menschen Assoziationen hervor, die den Fetisch fälschlicherweise mit BDSM oder Prostitution in Verbindung bringen.

Weitere Arten

Auch Gegenstände aus Gummi wie Gummitücher, Gummiballons, Reifenschläuche aus Gummi , Gummiwärmflaschen etc. können das Fetischobjekt darstellen. Wie nahezu jeder Fetisch kann Gummifetischismus mit anderen Fetischen kombiniert werden. Eng verwandt damit ist die Mumifizierung, bei der der Körper mit geeigneten Materialien wie Latex oder Frischhaltefolie umwickelt wird, so dass sich die betreffende Person nicht mehr bewegen kann.

Psychologische Hintergründe

Die Ursachen einer Vorliebe für Latex/Gummi sind möglicherweise in der Kindheit zu finden. Das Tragenmüssen von bestimmter Kleidung (enge Hosen, (nasse) Windeln, o.ä.) kann möglicherweise dazu beitragen. Unter Umständen ist der frühkindliche Kontakt zu Latex (z.B. in Form von Gummihandschuhen im Haushalt oder Krankenhaus) eine Ursache für die spätere Beliebtheit. Viele Latexliebhaber erinnern sich an Kindheitserlebnisse, die (auch schon vor der Pubertät ) eine Vorliebe für glänzende oder enge Materialien erkennen lassen.

Für viele Betroffene gestaltet sich der Weg zu einem Outing problematisch. Da das Tragen von Latexkleidung gegen gesellschaftliche Normen verstößt, wird die Vorliebe dafür oft lange geheim gehalten. Nur selten outet sich jemand in der Öffentlichkeit - oft nur in bestimmten Freundeskreien.

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