Gonorrhoe

Gonorrhoe , wörtlich "Samenfluss"), umgangssprachlich auch als Tripper (entlehnt aus nl. druipert , zu nd. trippen "in Tropfen herabfallen") bezeichnet, ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae , auch Gonokokken genannt, ausgelöst wird. Gonokokken werden praktisch ausschließlich auf sexuellem Wege übertragen. Besonders Personen mit häufig wechselndem Sexualpartner , insbesondere auch Prostituierte, sind gefährdet. Die Benutzung eines Kondoms schützt vor einer Infektion. Die Krankheit kann von erkrankten Müttern während der Geburt auf das Kind übertragen werden.

Gonorrhoe ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Bis zum Jahr 2000 war sie in Deutschland meldepflichtig, die Meldepflicht wurde jedoch mit Einführung des Infektionsschutzgesetzes, das das Bundesseuchengesetz und Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten ablöste, aufgehoben.

Erreger

Erreger der Gonorrhoe sind Bakterien der Art Neisseria gonorrhoeae , auch Gonokokken genannt. Es handelt sich um gramnegative, aerobe, das heißt sauerstoffabhängige, unbewegliche Bakterien, die als Diplokokken, also paarweise, auftreten. Sie besitzen im Gegensatz zu Neisseria meningitidis keine echte Kapsel und sind deswegen gegenüber Umwelteinflüssen, insbesondere Austrocknung, sehr empfindlich. Aus diesem Grund besteht eine Infektionsgefahr nur bei Kontakt mit ungeschützter Schleimhaut. Die Inkubationszeit beträgt 3-10 Tage.

Gonokokken-Stämme bilden z. T. Penicillinase, ein Enzym das Penicillin unschädlich machen kann und entgehen damit der früher üblichen Therapie. Die Penicillinase ist meist Plasmid-kodiert. Außerdem bilden sie eine sogenannte IgA-Protease, ein Enzym mit dessen Hilfe sie IgA-Antikörper spalten können. Damit setzen Gonokokken einen wichtigen Abwehrmechanismus der Schleimhäute außer Kraft.

Gonokokken sind weltweit verbreitet, das einzige Reservoir ist der Mensch.

Epidemiologie

Die Erkrankungszahlen sind seit Ende der siebziger Jahre rückläufig, in den 1990er Jahren gingen die Trends in Europa jedoch auseinander. In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre vermeldeten Belgien, Großbritannien und Frankreich eine Zunahme der Erkrankungen, in anderen Ländern blieb die Inzidenz dagegen gleich oder war rückläufig. Nur bei männlichen Homosexuellen nimmt die Inzidenz europaweit zu. Das Robert Koch-Institut rechnet zudem mit einer Dunkelziffer nicht gemeldeter Fälle in den neunziger Jahren von 80 bis 90% . Die Anzahl der gemeldeten Fälle betrug 2000 im Jahr 2000. In Anbetracht der Dunkelziffer entspricht dies ca. 10.000 bis 20.000 Fälle pro Jahr und einer Inzidenz von 12-25/100.000.

In den USA ging die Anzahl der Erkrankten zwischen 1975 und 1997 auf Grund staatlicher Kontrollprogramme um 74 % zurück, um dann annähernd gleich zu bleiben. Im Jahr 2005 meldeten die Centers for Disease Control jedoch erstmals wieder eine Zunahme im Vergleich zum Vorjahr (115,6 Erkrankte je 100.000 im Vergleich zu 112,4/100.000 im Jahr 2004)

Weltweit stellt die Gonorrhoe ein großes gesundheitliches Problem dar. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation liegt die Zahl der Neuerkrankungen jedes Jahr bei 60 Millionen.

Pathogenese

Klinisches Bild

Diagnostik

Therapie

Geschichtliche Aspekte

Literatur

Weblinks

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