Geschwisterehe

Die Geschwisterehe ist ein nur in wenigen Gesellschaften verbreitetes, jedoch klar belegtes Phänomen, das gegen das weitverbreitete Inzesttabu verstößt.

Am häufigsten war diese Form der Ehe im Ägypten der Ptolemäer, wo auch normale Sterbliche häufig Geschwister zum Ehepartner nahmen. Dieser Brauch wurde manchmal sogar in der gleichen Familie über mehrere Generationen geübt. Forscher haben 10 bis 23 Prozent Geschwisterehen in der damaligen Bevölkerung gefunden. Am verbreiteststen war diese Form der Ehe im Ägypten des 2. und 3. Jahrhunderts. Erst die Christianisierung des Landes beendete diesen Brauch.

In anderen Kulturen war die Geschwisterehe meist auf das Könighaus beschränkt, so bei den Inka, den Mixteken, Hawaiianern, den Phöniziern, den Elamitern und den Persern der Achämenidenzeit. So heiratete etwa der Perserkönig Kambyses II. seine Schwester.

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