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Geschlechtsverkehr: Terminologie

Fachsprachliche Begriffe

Der Geschlechtsverkehr im engeren Sinne wird fachsprachlich auch als Beischlaf, Beiwohnung, Koitus (Coitus, Kohabitation), vor allem in der Biologie - als Begattung bezeichnet. Der Sprachgebrauch der Bibel spricht oft vom Erkennen ("Adam erkannte Eva, seine Frau; sie wurde schwanger [Gen. 4,1]")

Juristische Terminologie

Im rechtlichen Rahmen ist in der Regel von Beischlaf oder Beiwohnung die Rede. Der Begriff Beischlaf wird vom deutschen Strafgesetzbuch im Tatbestand folgender Straftaten verwendet:

  • Beischlaf zwischen Verwandten
  • schwerer sexueller Missbrauch von Kindern
  • sexuelle Nötigung, Vergewaltigung
  • sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen

Der Bundesgerichtshof definiert Beischlaf in ständiger Rechtsprechung als Eindringen des männlichen Gliedes in den Scheidenvorhof. Der Begriff ist im juristischen Sinne daher nicht identisch mit dem Geschlechtsverkehr.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist von der Beiwohnung die Rede. Das deutsche bürgerliche Recht vermutet denjenigen als Vater eines Kindes, der der Mutter während der Empfängniszeit beigewohnt hat. Dazu ist es nach herkömmlicher Definition ausreichend, dass es zu einer Berührung der Geschlechtsorgane in einer Weise gekommen ist, die nach den Erfahrungen der Wissenschaft eine Zeugung möglich macht. Der Begriff ist daher nicht identisch mit dem Geschlechtsverkehr.

Laut deutschem Gesetz ist Geschlechtsverkehr bzw. Beiwohnung ab einem Alter von 14 Jahren erlaubt.

Umgangssprachliche Begriffe

Für den Geschlechtsverkehr haben sich auch umgangssprachlich eine Vielzahl von Pejorationen eingebürgert.

Es gibt im Deutschen keine "salonfähigen" Wörter, die den Geschlechtsverkehr ohne Umschreibung bezeichnen. Der Terminus "ficken" gehört zu den bekanntesten, ist jedoch durch eine Vielzahl abwertender anderer Verwendungen sehr belastet. Die Verwendung dieses Verbs zur Beschreibung des Geschlechtsverkehrs gilt noch immer als sehr anstößig.

Seit Ende der 1990er Jahre erlebt der Begriff "poppen" einen Aufschwung. Er hat den seit den 1960er Jahren gebräuchlichen Begriff "bumsen" fast völlig abgelöst, das wiederum anstelle des "rumsen" der 1930er Jahre trat. Die letztgenannten Begriffe werden bei weitem nicht als so abwertend wie das obige "F-Wort" betrachtet. Auch gelten sie inzwischen als wenig anstößig.

Bei Begriffen mit Umschreibung haben sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts die als nicht anstößig geltenden umgangssprachlichen Phrasen "miteinander ins Bett gehen", "miteinander schlafen" usw. eingebürgert. Weniger gebräuchlich ist der aus dem Englischen übersetzte Ausdruck "Liebe machen" ("to make love"). Im Englischen ist "to make love" die am häufigsten verwendete - nicht anstößige - umgangssprachliche Phrase, um den Geschlechtsakt zu umschreiben.

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