Gender MainstreamingDer Begriff Gender Mainstreaming ("Integration der Gleichstellungsperspektive", "durchgängige Gleichstellungsorientierung") bezeichnet den Versuch, die Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen durchzusetzen. Der Begriff wurde erstmalig 1995 auf der 4. UN-Weltfrauenkonferenz in Peking geprägt. Bekannt wurde Gender Mainstreaming insbesondere dadurch, dass der Amsterdamer Vertrag 1997 das Konzept zum offiziellen Ziel der EU-Politik machte. Gender Mainstreaming unterscheidet sich von expliziter Frauenpolitik dadurch, dass alle Geschlechter gleichermaßen in die Konzeptgestaltung einbezogen werden sollen. Das Ziel des Gender Mainstreaming wird in Deutschland von weiten Teilen des politischen Spektrums anerkannt und von der Bundesregierung unterstützt. Worterklärung und Übersetzunggender (engl. "soziales Geschlecht"): Der englische Begriff besitzt im Deutschen kein direktes Äquivalent und bezeichnet nach einer Definition des deutschen Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechterrollen von Frauen und Männern: "Diese sind - anders als das biologische Geschlecht - erlernt und damit auch veränderbar." Das Wort ist für das grammatische Geschlecht im Englischen seit langem gebräuchlich; in der Bedeutung der sozialen Geschlechtsrolle hat es zuerst der amerikanische Psychiater John Money 1955 benutzt (siehe auch "Gender ")''. mainstreaming (engl. mainstream "Hauptströmung": "zum Hauptstrom machen", "in den Hauptstrom bringen") bedeutet, dass eine bestimmte inhaltliche Vorgabe, die bisher nicht das Handeln bestimmt hat, nun zum zentralen Bestandteil bei allen Entscheidungen und Prozessen gemacht wird. So lässt sich aus gender mainstreaming die deutsche Übersetzung "Integration der Gleichstellungsperspektive" oder "durchgängige Gleichstellungsorientierung" herleiten. Bei den Behörden der Europäischen Union werden für die Übersetzungen folgende Begriffe verwendet: "geschlechtersensible Folgenabschätzung", "gleichstellungsorientierte Politik" oder "Gleichstellungspolitik". Aufgabe des Gender MainstreamingGender Mainstreaming ist laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend der Bundesrepublik Deutschland (2004), davon ausgehend, dass es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt, ein Auftrag an die Spitze einer Verwaltung, einer Organisation, eines Unternehmens und an alle Beschäftigten, die unterschiedlichen Interessen und Lebenssituationen von Frauen und Männern in der Struktur, in der Gestaltung von Prozessen und Arbeitsabläufen, in den Ergebnissen und Produkten, in der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit und in der Steuerung (Controlling) von vornherein zu berücksichtigen, um das Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern effektiv verwirklichen zu können. So besteht die Aufgabe des Gender Mainstreaming darin, den Blick weg von "den Frauen" - also sogenannten "frauenspezifischen" Problemen oder Politikfeldern - auf "die Geschlechter" allgemein zu richten, damit eine geschlechtersensible Perspektive in alle sozio-politischen und wirtschaftlichen Bereiche integriert werden und somit eine Gleichstellung der Geschlechter von allen in allen Bereichen gefordert werden kann. (Holz/Neusüß 2006) Rechtliche Grundlage des Gender MainstreamingsMethoden des Gender MainstreamingBeispiele des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und JugendGender Mainstreaming und Frauenpolitik/FrauenförderungSchwierigkeiten bei der Umsetzung von Gender MainstreamingKritik an Gender MainstreamingSiehe auchLiteraturWeblinksVerwandte ThemenIndex: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Gender Mainstreaming" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gender+Mainstreaming&action=history
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