Gaydar (Fähigkeit)

Gaydar ist ein Akronym aus den Worten Gay und Radar. Es bezeichnet ein fiktives Sinnesorgan oder Messinstrument, welches vor allem bei Homosexuellen vorkomme und ausschlage, sobald man einen Schwulen oder eine Lesbe zu erkennen glaube. Real basieren die Ergebnisse auf der intuitiven Zusammenschau weitgehend vorbewusster Eindrücke verschiedener Sinnesorgane.

Wortbedeutung und Übersetzung

Im Jahre 2000 wurde das Wort ins Oxford Compact English Dictionary aufgenommen. Es wird als Anglizismus auch im deutschen und in anderen Sprachräumen verwendet. Das Pendant "Lesdar" wird auch im Englischen nur selten verwandt. Das englische Wort "Gay " (dt. fröhlich, vergnügt) kann sich sowohl auf Männer ("gay men") als auch auf Frauen ("gay women") beziehen. Eine Übersetzung mit "Schwulenradar" ist daher nicht immer korrekt, denn es kann auch "Lesbenradar" oder beides gemeint sein. Die passendere Übersetzung als"Homoradar" wird jedoch auf deutsch nur sporadisch verwendet.

Funktionsweise

Offensichtliche Stereotypen bilden nur zu einem Teil die Grundlage zu Gaydar und werden von Schwulen und Lesben auch differenzierter wahrgenommen als von Personen, die persönlich keine oder nur wenige Homosexuelle kennen und kein Interesse an der Thematik haben. Wichtig sind auch kleine, oft subtile Details, Verhaltensweisen, bestimmte Ausdrucksarten, Blicke (zum Beispiel einen Moment zu lang), der Umgang mit dem allenfalls anwesenden Partner und auf jeden Fall aufmerksame Beobachtung und Training um Gaydar zu perfektionieren. Mehrere Studien ergaben, dass homosexuelle Männer und Frauen aufgrund verschiedener Faktoren wie Geruch, der nicht bewusst wahrnehmbar ist (Pheromone), Erscheinung und Sprache leichter in der Lage sind, andere Homosexuelle zu identifizieren.

Wissenschaftliche Untersuchungen

Studien mit Pheromonen des Monell Chemical Senses Center in Philadelphia und des Karolinska Institute in Stockholm aus dem Jahre 2005 fanden heraus, dass "Schwule gut darin waren den Duftstoff von anderen Schwulen zu erkennen" und diesen bevorzugten. Untersuchungen an Lesben waren zum damaligen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.

Eine Studie des Harvard-Studenten William Lee Adams für seine Senior-Arbeit fand heraus, dass homosexuelle Männer und Frauen vor allem Schwule mit größerer Sicherheit und innerhalb kürzester Zeit nur anhand von Stummfilmen und Fotografien (beide vom Hals aufwärts sowie ohne Schmuck und Makeup) erkennen konnten. Lesben waren schwerer zu erkennen und wurden in größerem Maße sowohl von homosexuellen wie von heterosexuellen Menschen fälschlich für heterosexuell gehalten. Die Studie basierte auf früheren Arbeiten seines jetzt an der Tufts University lehrenden Studienratgebers Nalini Ambady, welche 1999 veröffentlicht wurden, sich nicht nur auf das Gesicht konzentrierten und zum selben Ergebnis kamen. Die zu erkennenden Personen in dieser Studie kamen primär aus lesbischwulen Studentenverbindungen; bei den Standbildern wurden durchschnittlich 55% richtig erkannt und bei den Zehn-Sekunden-Filmen durchschnittlich 70%.

Eine ähnliche Arbeit von Rudolph Gaudio aus dem Jahr 1994 zeigte, dass dies auch mit Stimmen funktioniert. Diese Erkenntnisse wurden von Ron Smyth und seinen Kollegen an der University of Toronto ausgearbeitet und 2003 veröffentlicht.

Rezeption in der Populärkultur

Siehe auch

Webseiten

Verwandte Themen

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