Fritsch-Blomberg-Affäre

Als Fritsch-Blomberg-Affäre werden jene Vorfälle bezeichnet, die zu Jahresbeginn 1938 zur Entlassung von Reichskriegsminister Blomberg und dem Oberkommandierenden des Heeres Fritsch führten. Diese von der politischen Führungsspitze gegen vergebliche Warner inszenierten Vorfälle boten Adolf Hitler die Möglichkeit, sich der wichtigsten Kritiker seiner aggressiven, konfliktträchtigen Außenpolitik zu entledigen und im Rahmen der Etablierung des Oberkommandos der Wehrmacht den Oberbefehl über die Wehrmacht selbst zu übernehmen.

Ablauf

Hitler hatte am 5. November 1937 unter Anwesenheit von Kriegsminister Werner von Blomberg, den Oberbefehlshabern von Heer, Marine und Luftwaffe, Werner von Fritsch, Erich Raeder und Hermann Göring sowie Außenminister Konstantin Freiherr von Neurath und Hitlers Wehrmachts-Adjutant, Oberst Friedrich Hoßbach erstmals über seine aggressiven außenpolitischen Ziele und deren alsbaldige Umsetzung gesprochen. Er war dabei auf massive Kritik von Blomberg, Fritsch und Neurath gestoßen, was von Oberst Hoßbach in der Hoßbach-Niederschrift festgehalten worden war. Hitler lehnte weiterführende Gespräche mit den Kritikern ab und zog sich bis Mitte Januar nach Berchtesgaden zurück. Wenige Wochen später tauchten Polizeiakten auf, die die Gattin Blombergs als ehemalige Prostituierte bzw. Fritsch als Homosexuellen ,entlarvten', worauf beide Offiziere zum Rücktritt gezwungen wurden. Auch neuere Arbeiten konnten die naheliegende Annahme nicht entkräften, dass diese Rücktritte von der politischen Führungsspitze inszeniert worden waren.

Blombergaffäre

Anfang Dezember 1937 teilte Blomberg Göring mit, er habe die Absicht, sich mit Frau Erna Gruhn zu verheiraten, die jedoch "eine gewisse Vergangenheit" habe. Göring riet ihm nicht ab, bekräftigte ihn vielmehr in seinem Entschluss, half mit, einen Nebenbuhler mit Geld zu versehen und ihn ins Ausland abzuschieben und fungierte gemeinsam mit Hitler am 12. Januar als Trauzeuge . Wenige Tage später tauchte eine Polizeiakte auf, die Erna Gruhn - wie Göring bereits bekannt war - als ehemalige Prostituierte auswies. Nach Rückkehr von der Hochzeitsreise wurde Blomberg von Göring informiert, dass er nun sowohl für Hitler, als auch für das Offizierskorps als Kriegsminister untragbar geworden sei und zurücktreten müsse, was dieser auch tat.

Fritschaffäre

Am 26. Januar 1938 wurde Werner von Fritsch in der Reichskanzlei mit dem homosexuellen Otto Schmidt konfrontiert, der angab, er habe Fritsch mit einem Mann namens Weingartner bei sexuellen Handlungen ertappt. Die erste Verhandlung vor dem Militärgericht (10. März) wurde bei einem für Fritsch günstigem Verlauf von Göring wegen der Okkupation Österreichs abgebrochen.

In der zweiten Gerichtsverhandlung (18. März) erwiesen sich die Anschuldigungen endgültig als haltlos, da der Kronzeuge seine Aussage widerrief. Fritsch war damit rehabilitiert, was für Hitler jedoch keinen Grund darstellte, die Entlassung aufzuheben. Fritsch wurde lediglich zum Ehrenoberst seines alten Artillerieregiments ernannt. Er suchte im Polenfeldzug den Tod und fand ihn bei Praga vor Warschau.

Folgen

Fazit

Literatur

Weblinks

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