Frauenforschung

Unter Frauenforschung wird im allgemeinen Forschung über Frauen bezeichnet, sie ist somit ein Teilbereich der Geschlechterforschung, der Frauen und ihre Lebenssituationen zum Thema hat. Einige Autoren beziehen den Begriff auch auf die Forschung von Frauen. Analog zur Frauenforschung hat sich in der Geschlechterforschung eine Männerforschung entwickelt, die sich ihrerseits mit den Lebenswelten von Männern in der Gesellschaft befasst.

Achtung: Während sich die Frauenforschung mit (der Lebenssituation von) Frauen beschäftigt, thematisieren Gender Studies die soziokulturelle Konstruktion von Geschlecht (Gender ) und nicht die Weiblichkeit als biologisches Geschlecht - ganz exakt betrachtet. Manchmal werden die Bezeichnungen jedoch auch nahezu synonym verwendet.

Institutionen und Themen der Frauenforschung

Frauenforschung ist interdisziplinär und umfasst Bereiche der Anthropologie, Soziologie, Geschichte, Medizin, Ästhetik und anderer Wissenschaften und wirft deren Fragestellungen unter dem Gesichtspunkt des Feminismus bzw. der Frauenbewegung, Emanzipation neu auf.

Frauenforschung wird universitär und außeruniversitär betrieben.

Als Themen stehen die Besonderheiten der Lebenswelten von Frauen und ihren Lebensverhältnissen im Vordergrund. Beispiele: Frauenbildung, Weibliche Erwerbsverläufe

Methoden der Frauenforschung

Verwendet werden die Forschungsmethoden der jeweiligen Wissenschaften, insbesondere der Sozialwissenschaften und der historischen Wissenschaften.

Da es auch viele pseudowissenschaftliche und esoterische Veröffentlichungen gibt, die sich darauf berufen, Frauenforschung zu betreiben, wird die wissenschaftliche Frauenforschung oft mit diesen verwechselt, was zu dem viel geäusserten Vorwurf der Subjektivität und Unwissenschaftlichkeit führt.

Historische Frauenforschung

Das primäre Interesse gilt einer Rekonstruktion der Geschichte von Frauen. Sie kritisiert das "Vergessen" von Frauen in der vorherrschenden Wissenschaft und die Unterrepräsentanz einer weiblichen Perspektive. Die selbst gestellte Aufgabe beinhaltet das Aufdecken und Füllen von Lücken in der Wissenschaft bezüglich von Frauen und die Einführung einer weiblichen Perspektive, bis ein Gleichgewicht hergestellt ist. Die androzentrische Geschichtsschreibung wird durch eine an Frauen orientierte ergänzt bzw. ersetzt. Dabei steht die Unterscheidung von "Geschlechterideologie" und faktischer "Wirklichkeit" im Fordergrund. Ziel ist, dass Wissenschaft wirklich allgemein-menschliche Aussagen macht und es nicht nur vorgibt.

Ein erweiterter Blickwinkel auf die "großen Frauen", die "großen Männer" und Frauen und Männern aller Schichten erfordert eine Erweiterung der Quellenbasis. Es werden epigraphische (s.Epigraphik), papyrologische, numismatische, archäologische (s.Archäologie) und ikonographische (s.Ikonografie) Quellen in den wissenschaftlichen Diskurs mit einbezogen.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Verwandte Themen

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