Frau: Gesellschaftliche Rolle und EmanzipationIn fast allen Kulturen gibt es eine mehr oder weniger ausgeprägte geschlechtliche Arbeitsteilung. In vielen traditionellen Gesellschaften werden Frauen in der Regel reproduktive und Männer produktive Aufgaben zugeschrieben. Die reproduktiven Aufgaben in einer Gesellschaft beinhalten insbesondere die Erziehung und Betreuung von Kindern, aber auch die Pflege kranker und alter Menschen, das Bereitstellen von Nahrung usw. Diese Arbeitsteilung ist sehr alt und hat in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden dazu geführt, dass Frauen mehr und mehr - zuerst wirtschaftlich und dann gesellschaftlich - von Männern abhängig wurden und sich diesen unterordnen mussten. Noch vor reichlich hundert Jahren galten in allen europäischen Ländern nur die Männer als juristisch handlungsfähig, eine unverheiratete Frau benötigte einen Vormund. In vielen Ländern außerhalb Europas ist das heute noch so. Manches deutet jedoch darauf hin, dass urgeschichtlich die Frauen - gegenüber den Männern - die Angeseheneren waren, wenn nicht gar dominierten. Für die frühen Gruppen der Jäger und Sammler waren weibliche Mitglieder durch die größere Stetigkeit der Erträge der Sammlerinnen gegenüber dem wechselnden Erfolg der Jäger ökonomisch vermutlich wichtiger, auch machte ihre Fähigkeit, zu gebären und damit zum Erhalt der Gruppe beizutragen, sie insoweit wertvoller als die Männer. Um dieses Mysterium, die Fähigkeit, Leben zu schenken, entstanden auch die ersten Kulte und Religionen, bei denen Frauen und hauptsächlich weibliche Gottheiten verehrt wurden. Dies dient heute der (verbreiteten, aber nicht unbestrittenen) Annahme, für damals sei ein Matriarchat anzunehmen. Während also die Männer für die Jagd zuständig waren und umherstreiften, mit Claessens "leichter verwahrlosten", regelten die Frauen das übrige Leben der Gemeinshaft. Sie sammelten Wildgemüse und -früchte, bereiteten Speisen (hüteten nach dessen Zähmung das Feuer), sorgten für die Vorratshaltung, errichteten Hütten, stillten die Säuglinge und zogen die Kleinkinder heran und länger noch die Mädchen. Frauen bildeten das eher stabilisierende, engstverflochtene Netzwerk der Gruppe. Dies könnte sich, beginnend mit der "Neolithischen Revolution", zugunsten der Männer geändert haben, schneller bei Hirtenvölkern als bei bäuerlich wirtschaftenden Völkern, und dies bis heute anhaltend. Durch die Frauenbewegung und die durch sie ausgelöste Emanzipation der Frauen wurden in der westlichen Welt die traditionellen patriarchal strukturierten Geschlechterrollen in Frage gestellt. Heute steht Frauen jede Berufsausbildung offen und sie sind in den meisten Ländern juristisch den Männern gleichgestellt. Dennoch sind Frauen mehrheitlich Mobbing-Opfer am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft. Der aktuelle Arbeitsmarkt in Westeuropa weist eine geschlechtsspezifische Segregation auf, bei der in reproduktiven und Dienstleistungsberufen überdurchschnittlich viele Frauen anzutreffen sind: Erziehungs- und Ausbildungsberufe, Pflegeberufe, Verkauf und kaufmännische Berufe. Auch innerhalb frauentypischer Berufsfelder tritt eine geschlechtliche Segregation zutage, so dass, bezogen auf die Grundgesamtheit im untersuchten Berufsfeld, überdurchschnittlich wenige Frauen in Führungspositionen anzutreffen sind. Hinzu kommt, dass in solchen Berufsfeldern (z. B. Krankenpflege, Unterstufen-LehrerInnen) trotz intensiver politischer Bemühungen bislang das Lohnniveau tiefer ist als in den Berufsfeldern, in denen überdurchschnittlich viele Männer arbeiten (z. B. Bau oder Produktion). Die unterschiedliche Vergütung ist teilweise damit begründet, dass Männer oft gefährlichere oder gesundheitsschädliche Berufe ausüben, die eine Gefahrenzulage beinhalten. Frauen haben in Deutschland dreimal weniger tödliche Berufsunfälle und auch bei den Arbeiten im Haus haben Frauen weniger Unfälle mit tödlichem Ausgang. In vielen Kulturen ist es für Frauen nicht möglich, Soldatin zu werden. Auch heute ist der Anteil weiblicher Soldaten weltweit deutlich geringer als der der männlichen. (Vgl. jedoch Amazonen.) In den Zeiten der von Männern betriebenen Segelschifffahrt fand sich auch der seemännische Aberglauben, eine Frau an Bord brächte Unglück. In Gesellschaften, in denen der Status einer Frau real oder vermeintlich zum Teil über ihre Schönheit definiert ist, kann es zu einem regelrechten "Schönheitswahn" kommen, der sogar pathologische Ausmaße annehmen kann (siehe z. B. Essstörungen). Ähnliche Themen:
Verwandte Themen
Index: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Frau" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Frau&action=history
|
|