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Bezeichnungen für Frauen

Im Deutschen werden viele Tätigkeitsbezeichnungen wie Berufe in Abhängigkeit davon unterschieden, ob diese von einem Mann oder einer Frau ausgeführt werden. Dazu wird, anders als bei sonstigen Unterschieden wie beispielsweise Herkunft, kein Adjektiv verwendet, sondern es gibt für fast alle Berufe Doppelbezeichnungen. So wird in vielen Bezeichnungen die weibliche Form durch das Anhängen der Silbe in kenntlich gemacht, z. B. Autorin, Bäckerin. (Der Duden verzeichnet in der 23. Auflage 2004 erstmals alle weiblichen Bezeichnungen.) Endet die Bezeichnung auf -mann, so wird dies meistens durch -frau ersetzt, beispielsweise ist die weibliche Form des Bürokaufmanns die Bürokauffrau (Ausnahme ist zum Beispiel Zimmermann -> Zimmerin). Nur wenige Berufe werden nicht nach dem Geschlecht unterschiedlich bezeichnet; so wird heute, nachdem das "Fräulein" gesellschaftlich aus der Mode kam, der Begriff "Ober" sowohl für weibliche als auch männliche Kellner verwendet, da die weibliche Form "Oberin" in anderem Zusammenhang verwendet wird. Rein weibliche Berufsbezeichnungen waren äußerst selten (Amme, Hebamme), Krankenschwester.

In Anschreiben und Ansprachen wird heute oft explizit sowohl die weibliche als auch die männliche Form der Bezeichnung genannt, was oftmals den Anschein der "politischen Korrektheit" erweckt. Da dies aber in längeren Texten einen merkbaren Mehraufwand bedeutet, werden teilweise ungewohnte Abkürzungen verwendet, um Sparsamkeit und Korrektheit zu vereinen. Am bekanntesten ist die - laut der Rechtschreibung unzulässige - Form des Binnen-I (taz-I), also beispielsweise StudentInnen. Auch das Hervorheben der Tätigkeit mit Partizipien kommt in letzter Zeit mehr in Mode. So soll der Plural Studierende beide Geschlechter ansprechen.

In Österreich werden Frauen oder Töchter manchmal noch mit dem Titel ihres Ehemannes bzw. Vaters angesprochen: Frau Direktor, Frau Hofrat, Frau Doktor bzw. Fräulein Direktor etc. Diese Form wird aber seltener. In Deutschland und in der Schweiz ist diese Anrede weitgehend verschwunden.

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