Frankfurter EngelDer Frankfurter Engel ist ein Mahnmal der Homosexuellenverfolgung in Frankfurt am Main. Es wurde 1994 als erstes vollplastisches Mahnmal, das in Deutschland diesem Thema gewidmet ist, der Öffentlichkeit übergeben. AusgangssituationMit der Befreiung vom Nationalsozialismus war die Verfolgung der Homosexuellen in Deutschland nicht zu Ende. Die Bundesrepublik Deutschland übernahm den § 175 StGB in der von den Nazis drastisch verschärften Form. Gedenktafeln der nationalsozialistischen Verfolgung Homosexueller gab es zunächst in den ehemaligen Konzentrationslagern Mauthausen und Neuengamme. Mit der Gedenktafel am Berliner Nollendorfplatz wurde 1989 erstmals öffentlich in einer Stadt der homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus gedacht. VerwirklichungDas Projekt, in Frankfurt eine Gedenkstätte zu schaffen, wurde von der 1990 gegründeten Initiative Mahnmal Homosexuellenverfolgung e.V. (IMH) betrieben. Mit einer Denkschrift, die ein Mahnmal für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus forderte, stellte sie sich 1990 der Öffentlichkeit vor. Die politische Situation war günstig: Seit 1989 trug eine rot-grüne Koalition die politische Verantwortung in Frankfurt am Main und die Grünen hatten die Förderung schwul-lesbischer Projekte in das Koalitionspapier eingebracht. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung stimmten 1992 der Errichtung des Mahnmals zu, wegen mangelnder städtischer Finanzen allerdings ohne finanzielle Unterstützung. Ausschreibung des künstlerischen Wettbewerbs und Errichtung mussten so von der IMH geleistet werden. Sie lobte am 20. Juli 1992 einen Wettbewerb zur Gestaltung des Mahnmals aus. Am 25. Januar 1993 trat im Museum für Moderne Kunst die Jury des Wettbewerbs zusammen und entschied sich für den Entwurf "Engel " von Rosemarie Trockel. Die veranschlagten Kosten für ihren Entwurf beliefen sich auf 361.000,- DM. Die Hessische Kulturstiftung sagte 105.000 DM zu. Hinzu kamen Gelder aus einer Spendenaktion, unter anderem 10.000,- DM von der Hannchen-Mehrzweck-Stiftung . Eine Großsponsoren-Aktion bei Banken, Versicherungen und Großindustrie ergab das ernüchternde Resultat von 2.000,- DM. Am 26. Juni 1994 war ein Spendenaufkommen erreicht, dass die Finanzierung sicherstellte. GestaltungVorbild des Werks von Rosemarie Trockel ist ein Engel mit Schriftband , der ursprünglich als Wimpergfigur zu einer Gruppe von 11 Engeln gehörte, die das Westportal des Kölner Doms schmückten. Das Original von Peter Fuchs vom Ende des 19. Jahrhunderts existiert nicht mehr, lediglich ein lädiertes Gipsmodell. Dieses wurde im Maßstab 1:1 als Wachsabguss reproduziert. Rosemarie Trockel schlug dem Engel den Kopf ab und setzte ihn leicht verschoben wieder auf, so dass die Bruchstelle als Narbe sichtbar blieb. Von dem so veränderten Wachsabguss wurde die Skulptur in schwarz-patinierter Bronze in der Glockengießerei Rincker in Sinn (Hessen) zusammen mit einem achteckigen Sockel, der Bestandteil der Skulptur ist, am 29. November 1993 gegossen. Auf dem Sockel steht eine von den Initiatoren des Mahnmals formulierte Inschrift, die die Verbrechen der Nationalsozialisten an den homosexuellen Männern und Frauen benennt: Homosexuelle Männer und Frauen wurden im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet. Die Verbrechen wurden geleugnet, die Getöteten verschwiegen, die Überlebenden verachtet und verurteilt. Daran erinnern wir in dem Bewusstsein, dass Männer, die Männer lieben, und Frauen, die Frauen lieben, immer wieder verfolgt werden können. Frankfurt am Main. Dezember 1994 StandortÜbergabeWirkungQuellenVerwandte ThemenIndex: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Frankfurter Engel" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Frankfurter+Engel&action=history
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