Fotze

Fotze (falsch auch Votze) ist eine vulgäre Bezeichnung für die äußerlichen, primären weiblichen Geschlechtsmerkmale. Das Wort wird gegenüber Frauen auch als Schimpfwort verwendet.

Etymologie

Der heutige Begriff Fotze hat sich aus dem Diminutiv von Fut bzw. Vut entwickelt, das zur Wurzel von faul gehört und eigentlich „das Stinkende“ bedeutet. Seit dem 15. Jahrhundert ist der Begriff als derb-umgangssprachlicher Ausdruck für die Vulva bzw. Vagina bekannt. Er findet sich schon im mittelhochdeutschen in der Schreibweise vut. Damals stand die Bedeutung „Vagina“ neben „Hintern“. Letztere ist vermutlich die ältere Bedeutung, da von einer Tabuisierung der weiblichen Geschlechtsregion auszugehen ist. Tabubegriffe werden meist durch verhüllende Umschreibungen angesprochen. In diesem Fall also durch Worte für "Hintern", „Gesäß(backen)“ oder „(Ober)schenkel“.

Schimpfwort

Der Ausdruck wird heute als äußerst beleidigendes Schimpfwort für Frauen verwendet. Unter Strafgefangenen dient der Begriff als Beleidigung für einen besonders effeminierten oder verweichlichten Mitgefangenen.

Der verwandte Begriff Fotzenstecher wird heute irrtümlich als Schmähung für einen promiskuitiven Mann gebraucht, rührt jedoch von Futzen- oder Futtenstecher, einer Art mittelalterlichem Veterinär, der Hengste zu Wallachen kastrierte, ihnen also – bildlich ausgedrückt – eine Futze stach.

Das veraltete Schimpfwort Hundsfott oder -vott für „gemeiner Mensch“, „Schuft“ bedeutet wörtlich „Geschlechtsteil der Hündin“ und bezeichnete wahrscheinlich ursprünglich einen Kynophilen.

Häufig ist die falsche Schreibweise Votze zu lesen.

Die Verwendung solcher Schimpfworte kann strafrechtlich eine Beleidigung darstellen.

Regionaler Gebrauch

In der Schweiz lautet die entsprechende Bezeichnung Futz oder Futzi. Das kann zu unangenehmen Missverständnissen führen, da es in Deutschland die homophone Bezeichnung Fuzzi für „harmloser Spinner“ gibt.

Der österreichische Begriff ist die oder das Fut, während Fotze in vielen Teilen Österreichs wie im Bayerischen synonym mit "Ohrfeige" verwendet wird (siehe weiter unten). Hier besteht wiederum teilweise Verwechslungsgefahr mit dem Schweizer Begriff "Füdli", was dort einen umgangssprachlichen Begriff für das Gesäß darstellt.

Im Öcher Platt, am linken Niederrhein sowie in Teilen des Rheinlandes (vor allem Kölner Raum) wird das Wort Futt oder Fut nach wie vor als (teilweise verniedlichende) Bezeichnung für das Gesäß gebraucht.

Bairisch

Im Bairischen bedeutet das Wort „Mund“, „Schnauze“ (bei Tieren) oder „Ohrfeige“, Fotzhobel (oder Fotzenhobel) steht für Mundharmonika; auch für Maultrommel (ein Musikinstrument). Ein Zusammenhang mit dem obengenannten Begriff für „Vulva“ besteht wahrscheinlich nicht, wenn auch zuweilen vermutet wird, dass das Wort „vut“ oder „fut“ in herkunftsmäßigem Zusammenhang mit dem althochdeutschen Wort für „faulig“ stehen könnte. Gesichert ist das jedoch nicht. Man sagt jedoch nicht die Fotze, sondern die Fotz(e)n (Das „e“ ist meistens stumm)

Somit ist fotzen, jemandem eine Fotzen geben ein Synonym für „Ohrfeigen“, wobei Schläge ins Gesicht gemeint sind. Dieser Ausdruck wird auch im moselfränkischen Dialekt verwendet.

Aus dieser Bedeutung leitet sich auch hinterfotzig ab, dies steht für „hinterhältig“, „hinterrücks“, „link“. Allerdings ergibt die Kombination von „hinter“ (wie hinterrücks) und Fotze im Sinne von „Mund“ oder derber ausgedrückt - „Maul“ - ebenfalls einen Sinn, wenn es um falsches Geschwätz hinter dem Rücken anderer geht.

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