Fellinis Satyricon

Fellinis Satyricon ist ein 1969 unter der Regie von Federico Fellini gedrehter Film. Der Film basiert auf dem Fragment des gleichnamigen satirischen Romans Satyricon von Titus Petronius Arbiter aus der Zeit um ca. 60 n. Chr.

Der Film spielt zur Römischen Kaiserzeit im ersten Jahrhundert. Der Zuschauer begleitet den Studenten Encolpius auf einer Odyssee durch allerlei wundersame und absurde Szenen, darunter auch zum Gastmahl des Trimalchio.

Inhalt

Encolpius befreit seinen Lustknaben Gitone aus der Hand von Schauspielern, an die er widerrechtlich verkauft wurde. In einer Eifersuchtsszene zwischen Encolpius und Ascyltus streiten beide um Gitone, der Encolpius verlässt und Ascyltus folgt. In einer Villa in der Nähe von Cumae folgt das "Gastmahl des Trimalchio", eines ungebildeten, neureichen Freigelassenen (sogen. Cena Trimalchionis ).

An einem Strand werden Encolpius, Ascyltus und Gitone gefangen genommen und auf einer Galeere zur Insel des Caesar gebracht, um dort zu dessen Vergnügen zu sterben. Sie kommen frei, da der Caesar bei einer Revolution ermordet wird. In einem Tempel des Hermaphroditos ermorden sie dessen Priester und entführen sie die Inkarnation des Halbgottes. Auf dem Weg durch die Wüste stirbt der Halbgott.

Nach einem Schiffbruch gibt sich der Dichter Eumolpus in der nahen Stadt Croton als krank und vermögend aus, um von den Erbschleichern zu profitieren. Encolpius erleidet nach einem Kampf gegen einen als Minotaurus verkleideten Gladiator eine schwere sexuelle Niederlage bei der Ortsschönheit Circe.

Durch mühsame Heilbehandlungen bei einer Fruchtbarkeitspriesterin erholt sich Encolpius davon. Ascyltus hingegen, der sich noch kurz zuvor seiner Stärke rühmte, sinkt sterbend zu Boden. Der Film endet mit dem Testament des Dichters Eumolpus, der seinen Erben abverlangt, seine Leiche zu essen. Encolpius geht an Bord eines Schiffes des Verstorbenen und fährt davon.

Besetzung

Als Federico Fellini 1967 mit der Vorarbeit für die Produktion begann, kündigten die Zeitungen einen Blockbuster mit Starbesetzung an. Noch 1968 wusste Der Spiegel davon zu berichten, dass selbst für Nebenrollen Stars wie Danny Kaye, Anna Magnani, Mae West oder Groucho Marx zur Verfügung stünden. Das Produktionsteam nannte Terence Stamp als Wunschbesetzung des Encolpius und Pierre Clementi als Ascyltus . Als Trimalchio war zunächst Gert Fröbe, später sogar Boris Karloff im Gespräch und als Dichter Eumolpus der Oscar-Preisträger Van Heflin.

Doch die erwünschten Stars waren ausnahmslos entweder vertraglich gebunden oder anderwertig verhindert. Daraufhin wurde beschlossen, dass Star-Regisseur Fellini allein die Auswahl der Darsteller vornehmen sollte. Doch Fellini machte bei seinen Produktionen nach eigenen Aussagen "keinen Unterschied zwischen einem berühmten Schauspieler und einem auf der Straße gefundenen.". Bei der Besetzung einer Rolle richtete er sein Hauptaugenmerk auf die Physiognomie der Aspiranten, nicht etwa auf ihre schauspielerische Begabung oder den Bekanntheitsgrad. Zu diesem Verfahren sagte er selbst: "Was aber zählt, ist das Gesicht. Ein neues Gesicht, das ich unter vielen ausgewählt habe, kann mir den Film bereichern, ihn völlig umgestalten. Wenn ich meine Schauspieler einmal gewählt habe, werden wir Freunde, ich verliebe mich in sie: so wie ein Puppenspieler sich in seine Puppen verliebt ."

So kam es, dass er für die beiden Hauptrollen unbekannte und fast unerfahrene Schauspieler nur anhand von Agenturphotos auswählte. Fellini ging sogar soweit, Protagonisten von der Straße weg für seine Rollen zu verpflichten. Den Trimalchio , einen "düsteren, unbeweglichen Onassis, mit versteinertem Blick und der Starrheit einer Mumie", fand er im Wirt einer Trattoria in seinem Lieblingsviertel in Rom. Andere Darsteller suchte er unter "den Angestellten des Schlachthofs, den Zigeunern, die am Stadtrand kampieren, den Leuten aus den Vororten und den sogenannten burini , den ungeschlachten Leuten aus dem Hinterland."

Dennoch finden sich auf der Besetzungsliste zumindest einige wenige, im Entstehungsland bekannte Darsteller: Neben der international bekannten Capucine etwa Alain Cuny, der mit Fellinis La dolce vita zu Berühmtheit gelangte, die ehemalige Schönheitskönigin Lucia Bosé, Magali Noël, Salvo Randone und Alberto Bonucci (der ohne Nennung in den credits allenfalls einen Cameo-Auftritt ableistete), die im italienischen und französischen Theater jener Zeit feste Größen waren, und die einem interessierten Publikum durch zahlreiche Rollen in Italo-Western und Sandalenfilmen zumindest optisch nicht unvertrauten Gordon Mitchell und George Eastman. Bei den übrigen Akteuren handelt es sich überwiegend um Kleindarsteller.

Sprache und Vertonung

Aldo Binis Satyricon

Literatur

Verwandte Themen

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