Erotografie

Die Erotografie umfasst in der psychologischen und medienpädagogischen Theorie und Forschung zu Sexualdarstellungen in Kunst und Massenmedien den Grenzbereich zwischen dem was als Erotik und was als Pornografie angesehen wird.

Begriffsbestimmung

Die Kulturwissenschaftlerin Corinna Rückert definiert in ihrem Buch "Die neue Lust der Frauen" den Begriff Erotografie besonders kurz und prägnant: "Erotografie soll pornografisches Material umfassen, das Sexuelles darstellt, aber in der Art der Präsentation keine Degradierung erkennen lässt" . Der Begriff ist seit zehn Jahren einer der wichtigsten Fachausdrücke in der Diskussion über den Jugendschutz in Deutschland und wurde durch den Bamberger Psychologieprofessor Herbert Selg geprägt. Der Wissenschaftler schlug für den Umgang mit sexuellen Darstellungen eine differenzierende Sprachregelung vor, um zu vermeiden, dass jeglicher Umgang mit sexuellen Inhalten negativ besetzt ist. Neben der üblichen Bezeichnung Pornografie plädierte er für den breiteren Einsatz des Begriffs Erotografie , was in der Psychologie, Medienwissenschaften, Kulturwissenschaften, Kunstgeschichte und Rechtsprechung schnell Anklang fand und Hoffnung aufkommen ließ, die bisherige Spracharmut aufzuheben. Seitdem dauert die wissenschaftliche Diskussion über verschiedene Aspekte der Erotografie an. Die Wirkungsforschung zur Pornografie und Erotografie brachte die Erkenntnis, dass weniger die sexuellen Inhalte als vielmehr die Gewaltinhalte von Mediendarstellungen zu Wirkungen führen, die Jugendschützer in der pädagogischen Verantwortung besorgt machen.

Schon lange gab es das Wort "Erotografie", das einen Gegenbegriff zu "Pornografie " bezeichnen soll, aber es hat sich in Fachkreisen nicht genügend durchgesetzt. Die Differenzierung scheint notwendig zu sein: Die Produkte auf dem Erotik-Markt von heute sind äußerst facettenreich, sodass große begriffliche Unklarheiten herrschen. Indikativ hierfür ist, dass die Wirkungsforschung der Marktentwicklung hinterherläuft. Während in den 50er Jahren bereits bloße Nacktheit in dem Geruch stand, pornographisch zu sein, so sind heute einschlägige Produktionen am Rande dessen angesiedelt, was als sog. "harte Pornografie " unter Androhung des Strafgesetzbuches steht (also das Angebot, das bestehende Schranken zugunsten einer angeblich "verfeinerten" Sexualität in Richtung Sodomie , Koprophagie, sadomasochistischen Praktiken, Nekrophilie oder Pädophilie überschreitet). In den fünfziger und sechziger Jahren stellte in der Jugendschutzarbeit der Schutz vor jeglichen sexuellen Darstellungen den Schwerpunkt dar. In den 70ern kam die Frage nach der Wirkung von Gewaltdarstellungen hinzu und wurde zu einem neuen Schwerpunkt. Heute versucht man differenzierter zu unterscheiden, welche Formen der sexuellen Präsentation jugendgefährdend wirken können.

Erotografie versus Pornografie

Die Rezeptionsfaktoren

Erotografie und Jugendschutz

Siehe auch

Weblinks

Literatur

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