Englischer Garten (München)

Der Englische Garten ist eine 3,7 km² große Grünanlage im Münchner Nordosten. Die Bezeichnung rührt von den Englischen Landschaftsgärten her, die von Friedrich Ludwig von Sckell bei der Gestaltung des Geländes zum Vorbild genommen wurden.

Der Münchner Englische Garten ist einer der ersten großen, ausdrücklich zur Benutzung durch das gesamte Volk freigegebenen Landschaftsgärten in Kontinentaleuropa.

Als einer der weiträumigsten Stadtparks der Welt (er ist größer als der Central Park in New York oder der Hyde Park in London, aber kleiner als der Stockholmer Nationalstadtpark) erfreut sich der Englische Garten sowohl bei einheimischen Münchnern als auch bei Touristen - nicht zuletzt auch wegen der Biergärten - auch heute noch großer Beliebtheit.

Durch die Hauptverkehrstraße Isarring wird der Englische Garten heute in einen circa zwei Kilometer langen Südteil und einen circa drei Kilometer langen Nordteil, die Hirschau , zerschnitten.

Sehenswürdigkeiten

Hirschau

Der Name Hirschau rührt von den Hirschen und dem Wildreichtum in den Isarauen nördlich der Stadt. Schon 1613 zeigt eine Karte von Vollckmer äsende Hirsche an der Stelle des späteren Englischen Gartens. Die Hirschau wurde von 1798 bis 1804 als Fortsetzung des Englischen Gartens bis zum Aumeister angelegt. Der Name Hirschau ist seit 1808 auf den Stadtkarten eingetragen, davor, zum Beispiel 1712, wurde sie auch "Hirschanger" genannt. Im Gegensatz zum südlichen Teil des Englischen Gartens, der an sonnigen Tagen schon mal die "Einwohnerzahl" einer mittelgroßen Stadt erreicht, besitzt die Hirschau den Charakter eines ruhigen Stadtwaldes.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert war dieser Teil des Englischen Gartens trotz seines auch damals vorherrschenden wäldlichen Charakters industriell geprägt. Hier befanden sich die Lokomotivfabrik Maffei mit eigenem Gleisanschluss und ein Wasserkraftwerk, dessen Gebäude erhalten ist.

Am Nord- und am Südende der Hirschau befinden sich die Biergärten Aumeister und Hirschau.

Kleinhesseloher See

Der Kleinhesseloher See wurde um 1800 zwischen Schwabing und Kleinhesselohe angelegt und 1807 bis 1812 erweitert. Er wird vom Oberstjägermeisterbach gespeist, der neben dem Eisbach und dem Schwabinger Bach zu dem von Sckell angelegten Bachsystem im Englischen Garten gehört.

In dem 86.410 m² großen See liegen drei Inseln:

Königininsel (2.720 m²)
Kurfürsteninsel (1.260 m²)
Regenteninsel (640 m²).

Es ist ein sehr nährstoffreicher See, in dem Graskarpfen, Schleien und Hechte zu finden sind. Einmal jährlich im Herbst wird der See von einer Fischereigenossenschaft abgefischt.

Am See befindet sich der Biergarten "Seehaus" mit 2.500 Sitzplätzen. See und Seehaus bilden heute beliebte Freizeitziele, angeboten wird unter anderem Ruder- und Tretbootfahren. Auch die Denkmale von Friedrich Ludwig von Sckell und Reinhard von Werneck befinden sich am See.

Rumfordhaus

Das Rumfordhaus wurde 1791 fertiggestellt. Es wurde zunächst als Offizierskasino genutzt, später diente es dem Münchner Hofstaat, heute befindet sich darin eine Kindertagesstätte.

Chinesischer Turm

Der 25 Meter hohe Holzbau wurde 1789/1790 nach einem Entwurf von Joseph Frey von Johann Baptist Lechner errichtet.

Vorbild für den Chinesischen Turm war die doppelt so hohe "Große Pagode" im königlichen Schlossgarten Kew Gardens in London, die sich wiederum an einer Porzellanpagode in den Gärten eines chinesischen Kaisers orientierte. Der Chinesische Turm brannte mehrfach ab, zuletzt im Juli 1944 nach Bombenangriffen. Er wurde aber stets originalgetreu wieder aufgebaut, zuletzt 1952. Am Chinesischen Turm befindet sich der mit 7.000 Sitzplätzen zweitgrößte Biergarten Münchens.

Nahe dem Chinesischen Turm steht ein beliebtes Kinderkarussell im Stil der Biedermeierzeit, das bei schönem Wetter geöffnet ist. Hier drehen sich auf einem Innen- und einem Außenkreis Kutschen, Wagen und Schlitten und 20 holzgeschnitzte Tiere unter der Musik einer Walzenorgel oder eines Polyphons; gemalt und ausgesägt finden sich unter anderem Kinderbuchfiguren, Berufe, Münchner Originale und bayerische Trachten (1913 vom Schwabinger Malermeister und Dekorationsmaler August Julier eröffnet, der es dort anstelle eines schlichteren Karussells von um 1850/60 errichtete; bis 1977 im Besitz der Familie Julier, 1977 an die Bayer. Verwaltung der staatl. Schlösser, Gärten und Seen verkauft, Restaurierung 1979 bis 1981. Genaueres in "Karussells in München" von Florian Dering im Bayerischen Jahrbuch für Volkskunde 1983/84, Institut für Volkskunde München).

Südlich des Turms befinden sich die "Ökonomiegebäude", die Ende des 19. Jahrhunderts zunächst als landwirtschaftlicher Musterbetrieb konzipiert wurden. Heute ist in den Gebäuden die Verwaltung des Englischen Gartens untergebracht.

Monopteros

Der Rundtempel in griechischem Stil wurde 1836 von Leo von Klenze errichtet, auf einem aufgeschütteten Hügel, der ab 1823 nach Plänen von Carl August Sckell aus Bauschutt der Münchner Residenz errichtet wurde.

Zwischen dem Monopteros und dem Japanischen Teehaus befindet sich die Schönfeldwiese. Hier wird seit den 60er Jahren Freikörperkultur praktiziert, was damals viel Aufsehen erregte und den Englischen Garten auch über die Grenzen Münchens hinaus bekannt machte.

Japanisches Teehaus

Anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1972 und der seitdem bestehenden Städtepartnerschaft mit Sapporo, dem Austragungsort der Winterspiele, wurden am Südende des Englischen Gartens gleich hinter dem Haus der Kunst auf einer 1969 errichteten kleinen Insel im dort zu einem kleinen See ausgeweiteten Schwabinger Bach ein japanisches Teehaus und ein japanischer Garten erschaffen.

Im Teehaus findet regelmäßig die traditionelle japanische Teezeremonie statt.

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