Eifersucht

Eifersucht (von indoeuropäisch ai = Feuer; althochdeutsch eiver = das Herbe, Bittere; Erbitterung und althochdeutsch suht = Krankheit, Seuche; das zusammengesetzte Substantiv Eifersucht existiert erst seit dem 16., das davon abgeleitete Adjektiv eifersüchtig erst seit dem 17. Jahrhundert). Eifersucht beschreibt eine meist unangenehm behaftete Emotion , die man bei einer nicht oder nur in ungenügendem Maße erhaltenen Anerkennung (Aufmerksamkeit, Liebe , Respekt oder Zuneigung ) jemand anderem gegenüber verspürt.

So kann ein Kind eifersüchtig werden, wenn seine Eltern den Geschwistern mehr Zuwendung geben. Bei erwachsenen Personen kann Eifersucht etwa auftreten, wenn der Partner mit einem anderen Menschen flirtet oder Vertrautheiten austauscht und der Beobachter dies als Gefährdung der eigenen Beziehung wahrnimmt. Während die Eifersucht des Kindes in der Regel verschwindet, wenn es von seinen Eltern ebenfalls die gleiche Zuwendung erfährt, verlangt ein eifersüchtiger Partner meist darüber hinaus nach einer uneingeschränkten, ausschließlich ihm geltenden Aufmerksamkeit.

Besitzergreifende Eifersucht

Grundlage der besitzergreifenden Form von Eifersucht ist ein Besitzanspruch an eine andere Person, zu der eine emotionale Bindung vorhanden ist. Eifersucht selbst entsteht, wenn dieser Besitzanspruch vermeintlich oder real durch Emanzipierung des Partners in Frage gestellt wird und die aus seiner Sicht sicher geglaubte Person verloren zu gehen droht.

Anthropologische Erklärungsansätze

Nach empirischen Untersuchungen mancher Anthropologen, wie Peter Stearns und Margaret Mead, die unter anderem die Samoaner untersuchten, ist Eifersucht kulturabhängig, wobei allerdings andere wie Freeman oder Buss deren Ergebnisse etwas einschränken. Theorien zufolge kommt Eifersucht häufiger in monogamen oder polygynen Gesellschaftsstrukturen vor. Dies wird so erklärt, dass Monogamie anthrophologisch gesehen mit der Vererbung von Besitz durch den Vater zusammenhängt, und sie in matrilinearen Gesellschaften und solchen mit weitgehendem Gemeinschaftsbesitz (wie den Inuit) weniger häufig auftrete. In solchen Gesellschaften ersetzen die Brüder der Mutter häufig die Rolle , welche der Ehemann in patriarchalen Gesellschaften hat (Avunkulat).

Religionsgeschichtlich gesehen gab es im Altertum einen Übergang von polytheistischen Religionen (wie der Religion der Babylonier) zu monotheistischen Religionen (wie dem Judentum), welcher ebenfalls mit einem angenommenen Übergang zur patriarchalen Kultur in Verbindung gebracht wird. Die männliche Eifersucht, die sich demzufolge beim Übergang zum Patriarchat/Privatbesitz unweigerlich aus der Degradation der Frau zum Privateigentum des Mannes ergab, schlug sich dieser Auffassung nach auch im griechischen Pantheon nieder, und zwar um so intensiver, je später die eifersüchtigen Götter erfunden worden waren. Aus dieser Sicht ist Verknüpfung von Monogamie und patriarchalem Privateigentum heute noch sichtbar an den verschiedenen Fassungen des neunten und zehnten der Zehn Gebote, die neben bzw. anstelle der Besitztümer auch die Ehefrau erwähnen. Ein ökonomisch-sozialer Hintergrund der damaligen Kultur war, dass legitime Kinder die Väter im Alter materiell absicherten; Die Verfügung über die Frau war also ein Mittel, um den lebenswichtigen Besitz zu wahren.

Besitzergreifende Eifersucht ist oft ein Anlass zu gewalttätigen Handlungen. Deswegen sind bei Kontakten mit extrem eifersüchtigen Partnern Vorsichtsmaßnahmen, wie sich in Begleitung an öffentlichen Orten zu treffen, unter Umständen durchaus angebracht.

Eifersucht als Mischung von Gefühlen

Unterschiedliche Ursachen für Eifersucht bei den Geschlechtern

Eifersucht in nichtmonogamen Subkulturen

Zitate

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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