Drei-Farben-Haus

Das Drei-Farben-Haus in Stuttgart-Mitte liegt in der Straße "Bebenhäuser Hof" unweit der Königstraße und ist Stuttgarts größtes Bordell . In dem seit 1957 bestehenden Laufhaus arbeiten 67 Prostituierte (Stand 2007), wobei in jüngster Zeit verstärkt Latinas anzutreffen sind, die im Wochenturnus auch in Frankfurt und Hannover arbeiten. Das "DFH" besitzt in den drei verbundenen Gebäuden, inklusive den Räumen im Keller fünf Stockwerke mit jeweils rund 25 Zimmern je Haus, deren Nummerierung noch aus der Zeit stammt, als die Flure der Häuser noch getrennt waren und der Zugang alleinig über den Hof erfolgte. Der Name rührt vom markanten rot-weiß-blauen Hausanstrich in den Französichen Flaggenfarben (Tricolore) her, ein Bezug, der dem Stuttgarter Humor entsprungen sein soll.

Ambiente

Das Interieur und der Zustand innen strahlen heute den Charme des Gründungsjahres 1957 aus. Wesentliche Modernisierungen sind - ausser einer zwischenzeitlichen Renovierung hauptsächlich im Aussenbereich - an den Gängen und Zimmern nicht vorgenommen worden. Die Zimmer sind in puncto Hygiene immer noch spartanisch mit nur einem Waschbecken ausgestattet und die Gänge dunkel und unbelüftet, die Treppen schmal und ausgetreten. Die einzelnen Zimmer sind jedoch meistens nach dem Geschmack der Mieterin je nach Dienstleistungsangebot "einladend" eingerichtet und sauber. Eine (weibliche) Aufsicht in den Gebäudeteilen trägt sicher zu einem geregelten Ablauf bei. Die offene Pissrinne im Hinterhof ist in praktisch sparsamer Manier zwar dem Ort angemessen, unterdrückt aber endgültig jeglichen Ansatz von Exklusivität. Aussen macht das Haus einen geordneten Eindruck und hebt sich von den Nachbargebäuden nicht ab.

Genre

Es handelt sich um ein reines Laufhaus im klassischen Sinne ohne zusätzliche "Infrastruktur", wie Clubräume oder Bar. Es wurde seinerzeit von der Stadt als reines Dirnenwohnheim mit sozialer Begründung und strengen Auflagen an den Betreiber/ privaten Eigentümer so genehmigt, besonders auch um das Zuhältertum und sonstige Rechtsverstöße von vornherein zu begrenzen. So gibt es auch eine für die Öffentlichkeit nicht zugängliche "Kantine", Gemeinschaftsbäder/ Duschen und Sanitärräume für die Bewohnerinnen. Durch die behördliche Kontrolle der Stadtverwaltung gibt es tatsächlich weniger Anlass zu Beanstandungen als sonst aus der Branche bekannt, der Ausländeranteil unter den Prostitutierten ist aber trotzdem üblich hoch, die Anbieterinnen wechseln in der Zwischenzeit eben so oft, wie an den vergleichbaren anderen Orten/ Einrichtungen/ Städten. Die Lage des Hauses im belebten Geschäftsviertel am Ende der Königstrasse und am Rathaus tut ein weiteres und lässt nicht so den Eindruck eines rechtsfreien Raumes aufkommen, wie ihn sonstige Rotlichtviertel in Stuttgart oder anderen Städten ausstrahlen. Das Zuhältertum , sicher auch hier vorhanden, tritt nicht offen zu Tage und bleibt zumindest der Laufkundschaft verborgen. Nachdem kleinbürgerlich das Haus lange an Sonn- und Feiertagen, sonst täglich ab 24 Uhr, wie auch an Samstagen bereits um 22 Uhr geschlossen wurde, ist es heute Wochentags bis morgens um 4 Uhr, Sonntags bis 24 Uhr, geöffnet.

Weblinks

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