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Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft: Kritik

Anerkennung als Studien- und Forschungseinrichtung findet das Institut heute im Wesentlichen bei religiös motivierten Gruppen. Aufgrund seiner Ablehnung bestimmter wissenschaftlicher Theorien über sexuelle Identität und seiner Ablehnung der praktizierten Homosexualität wird das Institut von US-amerikanischen Psychologenverbänden und -kammern nicht anerkannt. Das Institut vertritt Haltungen, die im Widerspruch zu den heute in Psychiatrie und Psychologie etablierten Auffassungen von Homosexualität stehen und von den weltweit führenden psychiatrischen und psychologischen Organisationen wie der American Psychological Association stark kritisiert werden: So vertritt das DIJG beispielsweise die Grundansicht, Homosexualität sei eine Störung, die auf chronische Traumata zurückgehe. Eindrücklich gewarnt wird von den Kritikern vor den auch vom Institut veröffentlichten "reparativen Therapien" bzw. "Konversionstherapien". Solche Therapien, die das Ziel haben, Homosexuelle zu Heterosexuellen zu machen, hätten potentiell schädigende Wirkung für die Therapierten; sie werden deshalb weltweit von führenden psychiatrischen und psychologischen Organisationen verurteilt.

Aufgrund der starken Fokussierung des Instituts auf das Thema Homosexualität wird Kritik zwar vor allem von Homosexuellenorganisationen geäussert, aber Parteien und Journalisten haben ebenfalls die Seriosität des Instituts in Frage gestellt. Im Kontrast zu der durch Bundes- und Landesbehörden, wurde das Bundesministerium der Verteidigung im Frühjahr 2000 veranlasst, sich von Veröffentlichungen des Instituts zu distanzieren. Die Entscheidung der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, die Institutsleiterin zu einer Anhörung über Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare einzuladen, wurde von anderen Parteien und selbst parteiintern von den Lesben und Schwulen in der Union (LSU) stark kritisiert: In den Gutachten und Artikeln des Instituts werde ihrer Ansicht nach unter anderem aus bereits als wissenschaftlich unseriös entlarvten Studien zitiert, und der Forschungsstand werde insgesamt nur sehr einseitig aufgearbeitet.

Die Berufung des Institutes auf seine unterstützende Funktion für die freiheitliche und säkulare Grundlage des Staates sützt es auf ein häufig benutztes Zitat von Ernst-Wolfgang Böckenförde. Diese Zitatverwendung wird von dritter Seite (allgemein und ohne konkreten Bezug zum DIJG) als Forderung nach einem mit der Säkularisierung und Freiheit nicht vereinbaren christlichen Staat kritisiert, während die zitierte Stelle selbst im Kontext gerade als Absage an solche Wertegaranten gelesen werden müsse.

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