Der Tod in VenedigDer Tod in Venedig ist eine Novelle von Thomas Mann (1912), entstanden zwischen Juli 1911 und Juli 1912. Die HandlungErstes KapitelAn einem Maitag des Jahres 1911 unternimmt der über fünfzigjährige, für seine Werke geadelte Schriftsteller Gustav von Aschenbach einen Spaziergang durch den Englischen Garten in München, der ihn bis vor den nördlichen Friedhof führt. Auf der Freitreppe zur Aussegnungshalle [ ? Nordfriedhof (München)] fällt ihm ein seltsamer Mann in Wanderkleidung auf. Der Fremde erwidert von Aschenbachs Blick, "aber so kriegerisch, so gerade ins Auge hinein" , dass von Aschenbach sich abwendet. Im Weitergehen wirkt das Wanderhafte in der Erscheinung des Fremden in Aschenbach nach. "Eine seltsame Ausweitung seines Inneren ward ihm ganz überraschend bewusst, eine Art schweifender Unruhe", die er sich als Reiselust deutet. Er überlässt sich der pflichtwidrigen «Anfechtung» und meint, eine Einschaltung tue Not, «etwas Stegreifdasein, Tagedieberei, Fernluft und Zufuhr neuen Blutes» . - Von Aschenbach beschließt zu verreisen. Zweites KapitelHerkunft, Lebensweg und Charakter von Aschenbachs werden beschrieben, dazu seine Werke, ihr literarischer Stellenwert und ihre Publikumswirkung. Aschenbach ist ein hart arbeitender Künstler. Sein Ethos ist die Leistung. Damit verwirklichen sich Anlagen von väterlicher Seite, überwiegend höhere Beamte im preußischen Schlesien. Der Großvater mütterlicherseits war Musiker. Von dieser Seite kommt sein künstlerisches Talent. Von Aschenbach ist schon lange verwitwet und lebt allein. Drittes KapitelVon Aschenbach ist auf der Insel Pola an der kroatischen Adriaküste angekommen. Es regnet, die Luft ist schwer und der Strand enttäuschend. Er ist nicht «sanft und sandig» , er vermittelt kein «ruhevoll inniges Verhältnis zum Meere» . Einer plötzlichen Eingebung folgend, reist er per Schiff nach Venedig. Im Schiffsinneren fertigt ihn ein gespenstisch wirkender Zahlmeister ab und lobt sein Reiseziel in phrasenhaften Wendungen. An Deck beobachtet er einen geschminkten alten Mann , der sich einer Schar junger Männer angeschlossen hat, die ebenfalls nach Venedig reisen. Der alte Geck in ihrer Mitte versucht, sie an Jugendlichkeit zu übertreffen. In Venedig angekommen, setzt ihn ein Gondoliere, der fremd ist und keine Lizenz hat, zum Lido über. Er sollte von Aschenbach nur zur Vaporetto-Station rudern, erweitert aber eigenmächtig seinen Auftrag. Von Aschenbachs Proteste nützten nichts. Abends in der Hotelhalle sieht von Aschenbach den Jüngling Tadzio, der "vollkommen schön" ist. Er deutet seine Faszination als ästhetisches Kennertum, eine Kunstauffassung vertretend, die die Sinnlichkeit der Kunst verleugnet. Doch Tag um Tag verfällt der Alternde dem Anblick des Knaben mehr. Das schwüle Wetter in Venedig bekommt von Aschenbach nicht. Er beschließt abzureisen, voller Kummer, Tadzio nicht mehr sehen zu können. Eine falsche Adressierung seines Gepäcks schafft eine momentane Komplikation, die von Aschenbach zum Vorwand nimmt, in Venedig zu bleiben. Er kann Tadzio weiterhin täglich sehen. Sein Interesse an der Knabenschönheit rechtfertigt er noch immer als platonisch. Viertes KapitelDer sonst so kühle und nüchterne von Aschenbach gibt sich ganz seinen Gefühlen hin. Eine antikisierende Sprache beschreibt die mythische Verwandlung der Welt in den Augen von Aschenbach. Das Kapitel endet mit dem Eingeständnis von Aschenbach sich selbst gegenüber, dass er den Knaben liebt. Fünftes KapitelEine Choleraepidemie, von Indien kommend, hat Venedig erreicht. Mehrere Versuche, sich bei Einheimischen über die Seuche zu informieren, schlagen fehl. Auch der diabolische Anführer einer kleinen Bande von Straßenmusikanten, die im Freien und zu später Stunde vor den Hotelgästen auftritt, gibt von Aschenbach keine Auskunft. Anderntags klärt ihn schließlich der Angestellte eines englischen Reisebüros über die Choleragefahr auf. Trotzdem bleibt von Aschenbach in der Lagunenstadt. "Der Heimgesuchte" , heimgesucht von diesem späten Gefühlsrausch, verwirft den Gedanken, Tadzios Angehörige vor der Cholera zu warnen, um dessen Nähe nicht zu entbehren. Er hat nun alle Selbstachtung verloren. Um zu gefallen, lässt er sich vom Friseur des Hotels die Haare färben und sich schminken. Er ist auf der Stufe des geckenhaften Greises angekommen, den er mit Widerwillen auf der Herfahrt beobachtet hatte. Infiziert durch ungewaschenes Obst, das er bei einem Streifzug durch die Gassen Venedigs gekauft hat, stirbt von Aschenbach an der Cholera. Thomas Mann unterlässt es aus künstlerischen Gründen, diese Todesursache auszuformulieren. Doch einige Seiten zuvor hatte er, sich allgemein über diese Krankheit äußernd, die Möglichkeit eines so jähen Verlaufes der Cholera erwähnt. KommentarSelbstkommentare Thomas MannsTadzioBearbeitungenLiteraturWeblinksVerwandte ThemenIndex: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Der Tod in Venedig" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Der+Tod+in+Venedig&action=history
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