Der NähkreisAls Der Nähkreis (The Sewing Circle) wurde ein privater Zusammenschluss homosexueller und bisexueller Frauen in Hollywood bezeichnet. Er existierte während der sogenannten goldenen Ära in den 1920er bis 1950er Jahren. Ihm gehörten Filmidole wie Greta Garbo, Marlene Dietrich, Joan Crawford und Barbara Stanwyck sowie die Dichterin und Drehbuchautorin Mercedes de Acosta an. Der Kreis existierte im Verborgenen, denn der Sittenkodex in Hollywood erlaubte zu dieser Zeit weder die filmische Darstellung von Homosexualität (Production oder Hays Code), noch das öffentliche Ausleben homosexueller Orientierung. Insbesondere den Hauptakteurinnen wurde dies durch entsprechende Vertragsklauseln untersagt. Der Nähkreis ähnelte der Bloomsbury Group , dem auch Virginia Woolf und Vita Sackville-West angehörten. HollywoodHollywood mit seinen großen Filmstudios wie MGM, Paramount Pictures, 20th Century Fox und Warner Brothers galt zur damaligen Zeit als Synonym für Erfolg, Glanz und Glamour in der Filmindustrie. Die Studios und ihre Schauspielerinnen und Schauspieler unterlagen jedoch strengen Regeln, die entweder vertraglich festgelegt und/oder gesellschaftlich im Hinblick auf den kommerziellen Erfolg vorgegeben waren und sich im Lauf der Jahrzehnte noch verschärften. Die wilden 20er JahreDer Arbuckle-Fall und andere in den Augen der Öffentlichkeit skandalöse Vorfälle in der Riege der damaligen Filmstars alarmierten die Fimstudios. Die Studios nahmen Moralklauseln in die Verträge auf, die Vertragsannullierungen vorsahen, sofern ihr Privatleben in irgendeiner Form öffentlich ruchbar geworden war. Um weitere Imageschäden abzuwenden wurde 1922 Will H. Hayes als Geschäftsführer des Verbandes der Motion Pictures Producers and Distributors of America (Filmproduzenten und -verleiher Americas) bestellt und mit der Generalvollmacht ausgestattet, die Moral in der Filmindustrie zu kontrollieren. Der von Hays eingeführte Motion Picture Production Code - des brancheninternen-Selbstzensur-Kodexes war radikal und sehr konkret. Ein direkter Bezug in der Filmhandlung zur Homosexualität war beispielsweise verboten. Das Aufkommen des Tons stellte eine zusätzliche vermeintliche Bedrohung für die Moral der amerikanischen Öffentlichkeit dar, denn was bisher in den Stummfilmen nur durch eine Pantomime von Gesten, Wink und Andeutungen ausgedrückt werden konnte, wurde nun hörbar. Die 30er JahreEmma Goldmann und Edith Ellis traten in jenen Jahren zwar lautstark und rebellisch für Frauenrechte und das Frauenwahlrecht ein, die sapphische Liebe wurde jedoch allenfalls unter vorgehaltener Hand erwähnt. In der konfessionsunabhängigen National League of Decency , stellten gerade die Frauen die Mehrheit und setzten die 1932 durchgesetzte Straffung und 1934 nochmals Verschärfung des Production Code durch, der jede Form der filmischen Darstellung von Homosexualität verbot. Greta Garbo, Marlene Dietrich und Joan Crawford waren im Film die Femmes fatales, die das breite Spektrum sexueller Anzüglichkeiten perfekt zu kultivieren wussten und ihre androgynen Züge mit Männerkleidung unterstrichen, offene Sexszenen oder non-konforme Gefühle waren jedoch beim breiten Publikum unerwünscht. Ob lesbisch oder schwul, es war üblich - ob Film oder privat - zu heiraten. Der berühmteste zeitgenössische Homosexuelle, Oscar Wilde , war verheiratet und hatte Kinder. Genauso suchten Hollywoods Lesbierinnen Schutz und gesellschaftliche Akzeptanz in sogenannten Lavendel-Ehen mit Schauspielern, die oft selbst homosexuell waren. Ein klassisches Beispiel anderer Art ist Marlene Dietrichs unorthodoxe Ehe mit Rudolf Siebert, der siebenunddreißig Jahre mit einer anderen Frau zusammenlebte. Sowohl in der belletristischen wie auch in der medizinischen Fachliteratur der dreißiger Jahre werden Lesbierinnen als neurotische, tragische und absurde Figuren dargestellt. Dieses Bild war unvereinbar mit dem Bild der in den Filmen unterschwellig propagandierten Sexgöttin. Im Gegensatz zur gegenwärtigen Literatur wurde Homosexualität verschwiegen oder dementiert, jedoch auch heute gilt Homosexualität in der Filmbranche nicht als Aushängeschild, sondern wird vielfach als Möglichkeit dahingestellt. Zur Ironie der Filmwelt gehört, dass Greta Garbo dadurch, dass sie ihre Neigungen verbergen musste, ihren Nimbus des Geheimnisvollen und Reizvollen nur noch erhöhte. McCarthy-ÄraAb 1938 wurde die Situation für Homosexuelle, die aufgrund ihres Lebensstils und ihre sexuellen Ausrichtung nicht dem normal way of live entsprachen, noch schwieriger. Das Komitee für unamerikanische Aktivitäten, war ein 1938 eingerichtetes Gremium im Repräsetantenhaus der USA. Es verfolgte ursprünglich das Ziel, solche Personen aus Ämtern der öffentlichen Verwaltung zu verweisen, die subversive Tätigkeiten für fremde Mächte nachgehen. Es wurde erst 1975 aufgelöst, bis dato galt Homosexualität als potentielle Gefahrenquelle für Unterwanderung und als Möglichkeit unbequeme Personen zu entfernen. Die Filmszene Hollywoods fürchtete genauso auf McCarthys blacklist zu landen, wie alle anderen in der Öffentlichkeit stehenden Personen, die unter besonderer Beobachtung des HUAC waren. Der KreisBekannte PaareLiteraturSiehe auchIndex: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Der Nähkreis" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Der+N%E4hkreis&action=history
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