Der Kreis (Homosexuellenzeitschrift)

Der Kreis war eine dreisprachige, international beachtete Homosexuellenzeitschrift, die von 1943 bis 1967 in Zürich erschien. Führender Kopf der Redaktion war der Schauspieler Karl Meier, der unter dem Pseudonym «Rolf» firmierte.

Vorläufer

Die unmittelbaren Vorgängerzeitschriften Freundschafts-Banner (1932), Schweizerisches Freundschafts-Banner (1933-1936) und Menschenrecht (1937-1942) wurden von engagierten Frauen gegründet und richteten sich an Frauen und Männer. Ihre verschleiernden Titel wurden gewählt, da männliches homosexuelles Verhalten erst ab 1942 im neuen schweizerischen Strafgesetzbuch weitgehend entkriminalisiert wurde. Die Redaktion lag fast durchweg in den Händen von Anna Vock («Mammina»). Nachdem diese die Last nicht mehr weiter tragen konnte, übernahm Karl Meier («Rolf») die Herausgabe.

Geschichte

Bereits ab dem ersten Jahr unter «Rolfs» Leitung erschien die Zeitschrift zweisprachig unter dem Titel Der Kreis - Le Cercle . Für die französischsprachigen Beiträge war Eugen Laubacher («Charles Welti») zuständig. Die Zeitschrift richtete sich nun ausschliesslich an Männer; die Frauen hatten sich vollständig zurückgezogen.

Während und noch einige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges (1945) war der Kreis die einzige Homosexuellenzeitschrift weltweit. Er konnte daher neue Leser namentlich in Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und den USA dazugewinnen. Wichtigste Neuerung war daher ab 1951 die Publikation von englischsprachigen Beiträgen, deren Bearbeitung Rudolf Jung («Rudolf Burkhardt», auch «Christian Graf») übernahm. Infolgedessen änderte die Zeitschrift den Titel zu Der Kreis - Le Cercle - The Circle .

Die Zahl der Abonnenten erreichte 1959 mit gegen 2000 einen Höhepunkt , wovon 700 ausserhalb der Schweiz wohnten. Mit dem Aufkommen von freizügigeren Magazinen in Skandinavien ab dem Beginn der 1960er-Jahre verlor der eher konservativ eingestellte Kreis einen bedeutenden Anteil seiner Abonnenten und damit die finanzielle Grundlage. 1967 musste die Zeitschrift das Erscheinen einstellen. Ehemalige Abonnenten gründeten bereits im Folgejahr die Zeitschrift Club 68 , die jedoch nicht mehr an das zuvor erreichte Niveau anknüpfen konnte.

Obwohl sich der Kreis immer als Zeitschrift der «homophilen Sache» verstand, bildeten seine Abonnenten faktisch einen Verein, dessen Feste aus ganz Europa Gäste nach Zürich lockten. An diesen Festen wurde Unterhaltung auf hohem Niveau geboten. «Rolf» inszenierte selbst, während für die musikalische Seite der Pianist Nico Kaufmann («Lysis») zuständig war. Alle Teilnehmer trugen Klubnamen und die Adresskartei war lediglich «Rolf» und «Charles Welti» zugänglich. Einige Pseudonyme von Autoren und Künstlern konnten daher erst in letzter Zeit aufgelöst werden oder sind immer noch nicht aufgedeckt.

Inhalt und Autoren

Bedeutung

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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