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Der Kreis (Homosexuellenzeitschrift): Bedeutung

Der Kreis hat in der Nachkriegszeit eine enorme Bedeutung für die Homosexuellenbewegung in Europa und sogar Nordamerika erreicht. Für Leser war er Licht in der finsteren Zeit, ein Sprachrohr des eigenen Wesens und als Abonnentenvereinigung auch Katalysator von sonst schwer aufzubauenden Freundschaften. Er diente als Vorbild für ähnliche Zeitschriften und Vereinigungen in der Schweiz (Bern, «Isola-Klub» in Basel), Deutschland (Kameradschaft «die runde» in Reutlingen), Frankreich (Zeitschrift Arcadie), den Niederlanden («Cultuur- en Ontspannings Centrum» COC), Dänemark («Kredsen af 1948») und den USA («Mattachine Society»). Dank der in verschiedenen Ländern aufkommenden liberaleren Gesetzgebung entfernten sich diese neuen Zeitschriften immer mehr von den Idealen des Kreis und führten indirekt dessen Untergang herbei.

Einem grösseren Publikum wurde der Kreis durch zwei Ausstellungen bekannt, die 1999 im Schwulen Museum Berlin und 2000 im Schweizerischen Landesmuseum in Zürich stattfanden. Der Nachlass von «Charles Welti», in dem sich entgegen den Geheimhaltungsvorschriften des Kreis wichtige Dokumente befanden, wurde nach dessen Tod durch ehemalige Abonnenten geordnet und dem Schwulenarchiv im Schweizerischen Sozialarchiv in Zürich übergeben.

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