Christoph Geiser

Christoph Geiser (* 3. August 1949 in Basel) ist ein schweizerischer Schriftsteller.

Leben

Christoph Geiser ist der Sohn eines Kinderarztes und einer Schauspielerin. Nach der Reifeprüfung studierte er bis 1968 Soziologie an den Universitäten in Freiburg im Breisgau und Basel. Er brach sein Studium ab und verbüßte 1970 mehrere Monate Haft wegen Wehrdienstverweigerung. Anschließend war er als Journalist tätig, u.a. als Mitbegründer der Literaturzeitschrift Drehpunkt . Seit 1978 lebt er als freier Schriftsteller in Bern. 1980 war er Gastdozent am Oberlin College in Oberlin (Ohio), 1982 unternahm er eine Lesereise durch Australien. Gegenwärtig lebt er abwechselnd in Bern und Berlin.

Christoph Geisers Prosa und Lyrik war anfangs von Kafka und Brecht beeinflusst und beschäftigte sich hauptsächlich mit gestörten Familienbeziehungen. Seit Mitte der 1980er und mit Geisers Bekenntnis zur eigenen Homosexualität verlagerte sich die Thematik hin zur Enttabuisierung sexueller Obsessionen.

Christoph Geiser ist Mitglied des Verbandes der Autorinnen und Autoren der Schweiz, des Deutschschweizer PEN-Zentrums sowie korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Er erhielt u. a. 1973 den Förderpreis des Kantons Bern, 1974 und 1978 den Preis der Schweizerischen Schillerstiftung, 1984 den Basler Literaturpreis und 1992 den Großen Literaturpreis der Stadt Bern.

Werke

  • Bessere Zeiten . Zürich 1968
  • Mitteilung an Mitgefangene . Basel 1971
  • Hier steht alles unter Denkmalschutz . Basel 1972
  • Warnung für Tiefflieger . Basel 1974
  • Zimmer mit Frühstück . Basel 1975
  • Grünsee . Zürich 1978
  • Brachland . Zürich 1980
  • Disziplinen . Basel 1982
  • Wüstenfahrt . Zürich 1984
  • Das geheime Fieber . Zürich 1987
  • Das Gefängnis der Wünsche . Zürich 1992
  • Wunschangst . Hamburg 1993
  • Kahn, Knaben, schnelle Fahrt . Zürich 1995
  • Die Baumeister . Zürich 1998
  • Über Wasser . Zürich 2003
  • Günsee / Brachland . Zürich 2006

Literatur

  • Schellenberg, Martin (1987): Stoffe - Motive - Formen im Werk Christoph Geisers. Abhandlung zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät I der Universität Zürich.
  • Pender, Malcolm (1991): "The ?literarische Ich' as Vantage Point", in: Rejection and Emancipation. Writing in German Speaking Switzerland 1945-1991, herausgegeben von Michael Butler und Malcolm Pender, New York, Oxford: Berg, S. 156-170.
  • Zeller, Rosmarie (1992): Der Neue Roman in der Schweiz: Die Unerzählbarkeit der modernen Welt, Seges, Neue Folge 11, Freiburg: Universitätsverlag, S. 55-60.
  • Gratzke, Michael (2000): Liebesschmerz und Textlust. Figuren der Liebe und des Masochismus in der Literatur, Würzburg: Königshausen & Neumann, S. 265-270.
  • Martina Karena Schneider: Das "Coming-Out" der Sprache , Kiel 1996
  • Michael Schläfli: "Die Entstehung von Christoph Geisers Romanen Grünsee und Brachland", in Quarto. Zeitschrift des Schweizerischen Literaturarchivs (2007): Hermann Burger, S. 19-27.

Weblinks

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