Cäcilia RentmeisterCäcilia (Cillie) Rentmeister (* 1948 in Berlin) ist eine deutsche Geschlechter- und Genderforscherin. Neben der Untersuchung der verschiedenen Realitäten, in denen Männer und Frauen leben, hat sie sich unter anderem mit dem Matriarchat befasst. LebenRentmeister studierte an der Freien Universität Berlin und der Albertus-Magnus-Universität Köln Kunstwissenschaften, Archäologie und Amerikanistik. Sie promovierte 1980. Rentmeister war bereits ab den frühen siebziger Jahren aktiv in der neuen Frauenbewegung. Ab 1974 schrieb sie Beiträge zur feministischen Kulturwissenschaft in Forschung und Lehre. Unter anderem gehörte sie auch zu den Initiatorinnen der interdisziplinären "Frauensommeruniversitäten" an der Technischen Universität Berlin, die von 1976 bis 1986 stattfanden. Definition matriarchaler Gesellschaften nach RentmeisterLaut Cillie Rentmeister gab und gibt es mit Sicherheit so viele Formen von Matriarchaten, wie es allein schon gegenwärtig - und gleichzeitig! - Formen von Patriarchaten gibt. Deshalb könne es laut der Autorin nur darum gehen, ein Grundmuster mit einer großen Offenheit für Variationen zu definieren . Rentmeister listet deshalb eine Reihe von Merkmalen auf, die sowohl einzeln als auch zusammen auftreten können. Das wichtigste Merkmal ist die Matrilinearität, d. h. die Verwandtschaftsrechnung nach der Mutterlinie. Biologische Vaterschaft ist in diesem System sozial bedeutungslos, weshalb es auch keine "illegitimen Nachkommen" geben kann. Auch die Erblinie beweglicher Güter verläuft nach der weiblichen Linie. Unbewegliche Güter wie Häuser und Land sind Eigentum des Klans und werden zur Nutzung an Einzelne überantwortet. Scheidungen kommen oft vor und sind schnell vollzogen, sie berühren den ökonomischen Status der Ehepartner nicht. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Matrilokalität, d. h. die Kinder verbleiben ein Leben lang im Haus bzw. im Klan ihrer Mutter. Söhne heiraten exogam und ziehen zu ihrer Frau oder verbleiben gar im Haus ihrer eigenen Mutter und besuchen ihre Frau nur, um mit ihr zu schlafen (Besuchsehe ). Der soziale Status von Ehemännern ist in solchen Gesellschaften meist gering. Die zentrale Männerrolle ist die des Mutterbruders. Diese Rolle ist oft mit einem derart hohen Prestige und Status verbunden, dass androzentrierte Forscher in früherer Zeit solche Gesellschaften auch als Avunculate ("Onkelherrschaft") bezeichneten, da sie die repräsentativen Funktionen der Mutterbrüder oder "Häuptlinge" als reale politische Macht fehlinterpretierten. Männer, die als Repräsentanten und Kommunikationsträger ihrer Sippe fungieren, zeichnen sich in den meisten Fällen durch hohe kommunikative Eigenschaften und einer Tendenz zur Kooperation (statt Kompetition) aus. Die Ökonomie beruht traditionell auf einer sippenbasierten Ökonomie, d. h. Subsistenzwirtschaft bestehend aus Garten- und Ackerbau mit ergänzendem Fischfang, Jagd oder Tierhaltung (je nach zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen). Häuser und Land gehören der Muttersippe und werden je nachdem an Untereinheiten verliehen. Das Erbrecht ist meistens so gestaltet, dass die jüngste Tochter bewegliche Güter erbt. Die sexuelle Arbeitsteilung ist meist ausgeprägt, wobei die konkrete Rollenverteilung der Geschlechter in den verschiedenen Völkern stark voneinander abweichen kann. Ein weiteres wichtiges Merkmal matriarchaler Völker ist für Cillie Rentmeister die selbstbestimmte Verfügung von Frauen über ihre eigene Sexualität und Kontrolle über ihre Fortpflanzung . Letztere divergiert sehr stark von einem Volk zum Anderen, und kann von chemischer, pflanzlicher oder mechanischer Verhütung bis hin zur bewussten Kindstötung gehen. Auch gibt es zwischen den verschiedenen Völkern stark abweichende Auffassungen zum Stellenwert der Sexualität . Auf der weltanschaulichen bzw. spirituellen Ebene zeichnen sich matriarchale Völker laut Cillie Rentmeister durch eine starke Durchmischung von Profanem und Sakralem aus, wobei der direkte Umgang mit dem Sakralen meist in den Verantwortungsbereich der Frauen fällt. Auch dort, wo sich bereits eine Theologie oder Religion mit einer Hauptgöttin entwickelt habe, würde laut der Autorin ein zyklisches Weltbild von Schöpfung und Zerstörung nach dem Muster der vier Jahreszeiten vorherrschen, das sich in den Mythologien und einem ausgeprägten Wiedergeburtsglauben ausdrücke. WerkIndex: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Cäcilia Rentmeister" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=C%E4cilia+Rentmeister&action=history
|
|