Bondage

Der aus dem Englischen stammende Begriff Bondage [] bedeutet unter anderem Unfreiheit, Knechtschaft und bezeichnet innerhalb der BDSM-Szene Praktiken zur Fesselung oder Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Das Ziel ist überwiegend auf eine sexueller Stimulation ausgerichtet; es gibt allerdings Sonderformen, bei denen das Bondage aus ästhetischen oder anderen bewegungseinschänkenden Gründen eingesetzt wird. Der selten verwendete Ausdruck vincilagnia (vom lat. vincio: Mit Ketten fesseln und lagneia: Lust ) bezeichnet die sexuelle Erregbarkeit durch Restriktionen oder Fesselungen.

Zum Fesseln werden neben den traditionellen Hilfsmitteln (vgl. Fesselung (physisch) ) häufig auch Alltagsgegenstände wie bspw. Verpackungsfolie (Frischhaltefolie) oder Klebeband eingesetzt.

Bondage ist eine besonders beliebte Praktik aus dem weiten Spektrum der BDSM-Vorlieben. Studien in den USA kamen zum Ergebnis, dass etwa die Hälfte aller Männer und viele Frauen Bondagespiele für erotisch halten. Wie bei vielen Studien über menschliches Sexualverhalten und sexuelle Phantasien sind die verfügbaren Untersuchungen allerdings nicht zuverlässig wissenschaftlich fundiert und die besten Untersuchungen völlig veraltet.

Sicherheit

Um Gesundheitsschäden auszuschließen, müssen bei allen Bondage-Aktionen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. BDSM-Ratgeber empfehlen, die persönlichen Grenzen abzusprechen und ein Codewort oder Codezeichen für Notfälle zu vereinbaren, bei dem das Spiel sofort abgebrochen werden muss. In Deutschland wird bei Partys das Wort "Mayday" als allgemeingültiges Safeword anerkannt. Im Sprachgebrauch der BDSM-Szene haben sich hierfür die Leitsätze "Safe, Sane, Consensual " (SSC) bzw. "Risk aware consensual Kink" (RACK) etabliert (siehe auch BDSM für unterschiedliche und allgemeingültige Sicherheitsmaßnahmen).

Eine wesentliche Bedingung für eine gelungene und für Aktive und Passive zufriedenstellende Fesselung ist das volle Vertrauen aller Beteiligten zueinander. Da die passive, gefesselte Person dem aktiven Partner hilflos ausgeliefert ist, muss sie sich uneingeschränkt auf die vereinbarten Grenzen und auf die Gültigkeit des Codewortes oder Codezeichens verlassen können. Umgekehrt muss sich der aktive Part darauf verlassen können, dass der Passive in der Lage ist vorab eine realistische und selbstbewusste Einschätzung seiner Möglichkeiten und eventueller Einschränkungen abzugeben.

Grundsätzlich können Unfälle und dauerhafte gesundheitliche Schäden durch die einfache Anwendung des gesunden Menschenverstandes (engl. sanity, siehe auch SSC und RACK) und ein Mindestmaß an anatomischen Kenntnissen vermieden werden. Einfachste Vorsichtsmassnahmen sind z.B. das Bereitlegen einer Verbandschere, sicheres Aufbewahren von Zweitschlüsseln für Schlösser und Handschellen oder das Vermeiden von Fesselungen an Hals und Gelenken, um Ohnmachten und bleibende Nervenschäden zu verhindern.

Viele in Bondagefotos und -videos dargestellte, besonders eindrucksvolle Szenen wurden von Experten (Riggern) inszeniert und sollten nicht ohne genaue Kenntnis der Technik, grundlegendes anatomisches und physikalisches Wissen und eine entsprechende Erfahrung nachgeahmt werden. Dies gilt insbesondere für die Grenzregionen des Bondage und des BDSM , die mit der Angst des Gefesselten spielen, Atemreduktion einsetzen oder Tötungsszenarios andeuten. Auch einige der sehr kunstvollen japanischen Bondages sind erst nach jahrelanger Erfahrung und Erreichen eines sehr hohem fachlichen Niveaus für den Passiven ungefährlich oder zumindest risikooptimiert durchführbar.

Als besonders risikoreiche Sonderform des Bondage gilt das Selbstbondage. Selfbondage (übl. Begriff) oder Selbstfesselung ist eine Art des Bondage, bei der eine Person sich selbst fesselt, um daraus eine fast immer sexuelle Befriedigung zu erhalten. Unter Sicherheitsaspekten ist Selfbondage in Extremfällen problematisch und hoch gefährlich, dabei wird eine der wesentlichen Grundregeln des Bondage "eine gefesselte Person niemals alleine lassen" von vornherein verletzt. Eine Fesselung, die man im Notfall selbst nicht schnell genug lösen kann, kann zu ernsthaften Schäden führen, insbesondere Fesselungen die mit Asphyxie kombiniert werden, um durch den Sauerstoffmangel den Orgasmus zu verstärken, haben in der Vergangenheit immer wieder zu Todesfällen geführt .

Techniken

Materialien

Motive

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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