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Bondage: Techniken

Hauptkategorien

Bondage-Techniken unterteilen sich in sechs Hauptkategorien:

  • Das Zusammenbinden von Körperteilen (beispielsweise mit Handschellen oder Seilen).
  • Das Auseinanderspreizen des Körpers oder von Körperteilen (zum Beispiel am Andreaskreuz oder mit Spreizstange).
  • Das Festbinden an andere Gegenstände (beispielsweise Andreaskreuz, Stühle oder Tische).
  • Das Aufhängen des Körpers (umgangssprachlich Hängebondage oder suspension bondage).
  • Die Bewegungseinschränkung (zum Beispiel durch Fesselrock, Humbler oder Korsett).
  • Das Einpacken bzw. Einwickeln einzelner Körperteile oder des ganzen Körpers beispielsweise mit Stoff, Klebeband oder Folie. Die Verwendung eines Fesselsacks oder Vakuumbetts gehört ebenfalls zu dieser Kategorie. Diese teilweise sicherheitstechnisch anspruchsvolle Form nennt man Mumifizieren (engl.: mummification)

Sprachgebrauch/Fesselungen

Innerhalb des amerikanisch-europäischen Bondage haben sich für bestimmte Fesselungen feststehende Begriffe entwickelt. Beispiele für einige einfache Fesselungen sind der "Spread Eagle" (engl.: gespreizte Gliedmaßen) bei dem alle Extremitäten ausgestreckt z.B. an den Bettpfosten befestigt werden oder der "Hogtie" (engl.: Nutztierfesselung), der die Handgelenke hinter dem Rücken an das jeweils gegenüberliegende Fußgelenk fesselt. Häufig findet auch das Schrittseil (crotch rope) für Frauen Erwähnung, bei dem ein Seil durch die Labien gezogen wird, um Druck auf die Genitalien auszuüben oder Dildos zu fixieren. Auch wenn sich innerhalb des deutschsprachigen BDSM eigene Bezeichnungen verwendet werden, sind die englischen Bezeichnungen meist bekannter und weitaus üblicher, als Beispiel "Schmetterlingsstellung" für den englischen Ausdruck Butterfly, bei der die Hände des auf dem Rücken liegenden Partners an die Fußgelenke gefesselt werden (ähnlich einem Frogtie).

Sonderformen

Japanisches oder asiatisches Bondage

Das japanische Bondage oder Shibari ist wohl die wichtigste Sonderform. Der Hauptzweck der japanischen Bondage ist neben der Immobilisation, das Schaffen eines "Gesamtkunstwerks" aus Partner/in und Seil. In der höchsten Stufe der künstlerischen Ausprägung wird versucht zwischen Haltung des gefesselten Menschen und Seilmuster eine Übereinstimmung zu finden, die eine emotionale Aussage transportiert. Im Westen wird dieser Ansatz weniger berücksichtigt, inzwischen findet der Begriff japanisches oder asiatisches Bondage in Europa für alle Bondageformen Verwendung, die ein ästhetisches Moment beinhalten, die aber nicht zwangsläufig nur östliche Einflüsse enthalten. In der Reinform wird das Bondage ausschließlich mit Hanfseilen (Asanawa) durchgeführt, die Seilführung folgt bestimmten tradierten Regeln, so sollen Stricke möglichst parallel verlaufen, ohne Zwischenraum aneinanderliegen und eng am Körper anliegen.

Über die Herkunft und Entwicklung des japanischen bzw. asiatischen Bondage gibt es verschiedene Theorien. Eine geht davon aus, dass es sich um eine Weiterentwicklung des Kinbaku oder Ninjitsu-Technik handelt, die als Strafe für Verbrechen und zur Folter von Kriegsgegnern entwickelt wurde. Eine andere Theorie sieht den Ursprung dieser Bondageform in den mittelalterlichen Klöstern Japans, bei denen die Fesselungen zur Unterstützung der Meditation sowohl des Fesselnden als auch des Gefesselten eingesetzt wurden (ähnlich den Steingärten, die unablässig mit dem Rechen neugeformt werden). Dieser meditative Ansatz fehlt in der westlichen Adaption der japanischen Bondage fast völlig.

Selfbondage

Als besonders risikoreiche Sonderform des Bondage gilt das Selbstbondage. Selfbondage (übl. Begriff) oder Selbstfesselung ist eine Art des Bondage, bei der eine Person sich selbst fesselt, um daraus eine fast immer sexuelle Befriedigung zu erhalten. Um ein möglichst authentisches Gefühl des Gefesselt-seins zu erzeugen werden teilweise Zeitschaltuhren verwendet, Schlüssel in Eisblöcke eingefroren oder selbstentwickelte Gerätschaften angewendet, um die Fesselung innerhalb eines gewissen Zeitfensters nicht selbst wieder entfernen zu können. Unter Sicherheitsaspekten ist Selfbondage in Extremfällen problematisch und hoch gefährlich, dabei wird eine der wesentlichen Grundregeln des Bondage "eine gefesselte Person niemals alleine lassen" von vornherein verletzt. Wird die Selbstfesselung mit Asphyxie kombiniert, wird die Gefährdung ungleich höher (siehe auch Sicherheit)

Andere Sonderformen

Weitere Sonderformen unterscheiden sich unter anderem durch selten verwendete Materialen und/oder eine spezielle Zielsetzung. Zum Beispiel wird beim Fadenbondage ausschließlich leicht reißender Faden verwendet, Zweck der Fesselung ist das Einhalten einer bestimmten Position durch die Konzentration und den Willen des Gefesselten und nicht die tatsächliche Bewegungseinschränkung. Eine weitere Sonderform, die spezielle Techniken oder Wissen voraussetzt ist zum Beispiel die allgemein zum Mumifizieren zu rechnende Gipsbondage.

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