BDSM in Kultur und MedienPresse und TVVeranstaltungen und Persönlichkeiten um BDSM kamen in einigen Fällen in das Rampenlicht der Berichterstattung:
Neben diesen Berichten existieren Pressemeldungen, in denen ebenfalls der Begriff "Sado-Maso" gebraucht wird, ein Bezug zu BDSM jedoch nicht besteht bzw. von BDSMlern zurückgewiesen wird:
Von Seiten sadomasochistischer Organisationen und Medien wurde eine überwiegend einseitige Berichterstattung über BDSM bzw. über Personen und Ereignisse aus diesem Bereich kritisiert. Die Interessenvertretung Bundesvereinigung Sadomasochismus bemänglte, dass Redakteure häufig die komplexen emotionalen Aspekte des Themas ignorierten und stattdessen vorwiegend die voyeuristische Sensationslust ihrer Zielgruppe durch Fokussierung auf verschiedene Praktiken und verwendete Gegenstände befriedigten. Sie weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Interviews oft quotentauglich zusammengeschnitten und kommentiert wurden, so dass ein gänzlich anderer Gesamteindruck als in den Originalinterviews entstand. Die BVSM vertritt in in ihrer Stellungnahme die Auffassung, dass eine solche Berichterstattung bei den Lesern sensationsgieriges Interesse auf der einen Seite und Unverständnis bis Abscheu auf der anderen erzeugten. Die Organisation kritisiert, so würden Vorurteile zementiert anstatt, die Hintergründe klar darzustellen. Die Darstellung sei oft einseitig und undifferenziert und konzentriere sich mehr auf die extremen (Lustmord) und die glamourösen Aspekte (SM-Partys), statt tatsächlich über das Thema zu informieren. BelletristikHauptartikel: Sadomasochistische Literatur In der Literatur ist vor allem Sadomasochismus ein Dauerbrenner und hat einige Klassiker hervor gebracht, z. B. Die Geschichte der O von Anne Declos (unter dem Pseudonym Pauline Réage), Justine von Marquis de Sade, Venus im Pelz von Leopold von Sacher-Masoch oder die Kultcomics von Eric Stanton. Als literarisches Kuriosum zu erwähnen ist Marthas Brief an Leopold Bloom in Ulysses von James Joyce. Der 1978 erschienene Roman 9 1/2 Wochen. Erinnerungen an eine Liebesaffäre von Elizabeth McNeill bildete die inhaltliche Grundlage für die sehr erfolgreiche Hollywoodverfilmung 9 1/2 Wochen. Eine moderne deutschsprachige sadomasochistische Autobiografie ist Dezemberkind von Leander Sukov aus dem Jahr 2005. Zusammen mit der von der bekannten US-amerikanischen Autorin Anne Rice unter dem Pseudonym A. N. Roquelaure veröffentlichten drei Bände umfassenden Dornröschen-Trilogie (The Claiming of Sleeping Beauty, 1983), ''Beauty's Punishment (1984) und Beauty's Release'' (1985) zeigt sich hier, dass das Thema BDSM mittlerweile in lange nicht vorstellbarer Offenheit in der internationalen Literatur angekommen ist. Eine ab Juli 2006 unter der Bezeichnung Bild-Erotik-Bibliothek veröffentlichte Literaturreihe der BILD und der Verlagsgruppe Random House ist der deutlichste Anhaltspunkt für das auch kommerzielle Potenzial der Thematik. Von neun Bänden der Reihe haben drei Titel den eindeutigen Schwerpunkt Sadomasochismus bzw. BDSM. Neben dem ebenfalls von Anne Rice unter dem Pseudonym Anne Rampling veröffentlichten Starttitel Verbotenes Verlangen (Exit to Eden) erscheinen in der Reihe der sadomasochistische Klassiker Geschichte der O. und der drastische Roman Brennende Fesseln (Topping from Below) von Laura Reese. Obwohl den Klassikern der SM-Literatur de Sade und Sacher-Masoch ein Hang zu der Sexualität, die sie beschrieben haben, nicht abgesprochen werden kann, so ist doch zwischen den realen sexuellen Handlungen und den in Literatur umgesetzten Phantasievorstellungen zu unterscheiden. Es wäre eine unsinnige Forderung an die Authentizität von Literatur, dass der Autor praktizieren müsse, was er beschreibt. Tagebuchaufzeichnungen, Interviews und Erlebnisberichte bleiben Fiktion des Gelebten. So haben die sadomasochistischen Rituale als theatralische Inszenierungen zwar Fetischcharakter, nicht jedoch ist der Fetisch die Literatur. SM-Literatur beinhaltet auch keine besondere Philosophie oder Moral, sondern stellt wie jede andere Literaturgattung dem jeweiligen Zeitgeist ihrer Epoche dar. Mag sie in der Vergangenheit auch größerer Verfolgung ausgesetzt gewesen sein und mag sie deshalb besondere Strategien gegen Zensurmaßnahmen entwickelt haben - spätestens in der Gegenwart setzt sich, trotz weiter vorherrschender Behinderungen, zumindest bei den Autoren die Einsicht durch, dass SM-Literatur keiner besonderen Rechtfertigung mehr bedarf. SachbücherHauptartikel: Sadomasochistische Literatur Im November 1981 veröffentlichte die US-amerikanische feministische Lesben-Gruppe Samois unter dem Titel Coming to Power: Writing and graphics on Lesbian S/M ein Buch, in dem sich Kurzgeschichten mit konkreten Hinweisen und Handlungsanleitungen abwechselten; es gilt als weltweit erstes BDSM-Handbuch. Sein Konzept wurde weltweit von vielen späteren Publikationen übernommen. Seit spätestens Ende der neunziger Jahre gibt es auch in Deutschland entsprechende Literatur, die sich sowohl an hetero- als auch an homosexuelle Lesergruppen richtet. Die bekannteste dieser Veröffentlichungen im deutschsprachigen Raum ist wahrscheinlich Das SM-Handbuch von Matthias T. J. Grimme. Mit dem Sachbuch Die Wahl der Qual von Kathrin Passig und Ira Strübel ist erstmals auch eine Veröffentlichung auf dem Markt, die sich nicht an Personen aus der BDSM-Subkultur wendet, sondern weiten Bevölkerungskreisen eine breite Wissensbasis zum Themenbereich BDSM vermitteln und so Vorurteile abbauen will. Neben den Sachbüchern mit konkretem Praxisbezug gibt es eine umfangreiche Literatur zu mit dem Thema verbundenen wissenschaftlichen Publikationen. Deutschsprachige Sachbücher
Englischsprachige Sachbücher
Film und FernsehenNachdem BDSM zunächst unterschwellig als Motiv in einigen Filmproduktionen auftauchte, wurden Anfang der 1960er Jahre bedeutende literarische Werke wie beispielsweise die Die Geschichte der O und Venus im Pelz zum Teil sehr explizit verfilmt. Spätestens mit der Verfilmung von 9 1/2 Wochen wurde das Thema BDSM auch sehr publikumswirksam und kommerziell erfolgreich breiten Zuschauerschichten nahegebracht, wobei hierbei auf eine ästhetische Massenkompatibilität geachtet wurde. Seit den späten 1990er Jahren gelang es Filmen wie Preaching to the Perverted und Secretary, kommerziellen Anspruch und Authentizität zunehmend miteinander zu verbinden. Mit der Entwicklung von dokumentarisch geprägten Produktionen wie und Wir leben ... SM! entwickelt sich mittlerweile ein weiterer filmischer Zugang zur Thematik, der sich gezielt auch an breite Zuschauergruppen wendet. Nachdem im deutschen Fernsehen Filme mit BDSM-Thematik wie beispielsweise 9 1/2 Wochen, Tokio Dekadenz oder Secretary regelmäßig gezeigt werden, gibt es seit dem Jahr 2001 mit der kanadischen Produktion KinK erstmals auch eine eigenständige Fernsehserie, die BDSM zum Inhalt hat. Sie ist bisher in Deutschland nicht ausgestrahlt worden. Das Spektrum der im Verlauf der vergangenen vier Jahrzehnte entstandenen Produktionen ist sehr groß und zeigt, dass BDSM-Themen mittlerweile fest im filmischen Mainstream verankert sind:
Neben diesen eher ästhetisch orientierten Filmen existiert ein breiter Markt für sadomasochistische Pornografie in Form von Pornofilmen. Der spanische Regisseur Jess Franco schuf als typischer Vertreter des Exploitation-Genres eine große Anzahl Filme, die unter anderem auf Werken des Marquis de Sade basieren und in Deutschland teilweise indiziert sind. MarketingSeit Anfang der neunziger Jahre werden Motive des BDSM immer wieder im Rahmen größerer Marketingkampagnen gezielt eingesetzt. Bekannte Beispiele im deutschsprachigen Raum sind Plakatmotive der Zigarettenmarken Camel und West, die ein in "typische" Lederkleidung drapiertes Kamel, beziehungsweise eine Domina mit Peitsche zum Inhalt haben. Während West das damalige Motiv wegen "Verstoßes gegen die guten Sitten" noch zurückziehen musste, fanden BDSM Motive in den folgenden Jahren immer wieder Verwendung. In Kanada präsentiert Mini 2005/2005 die Winterausstattung des Mini-Coopers in Form einer Interaktiven BDSM-Session, in der der User mit Unterstützung einer virtuellen Domina unterschiedlichste Schlagwerkzeuge auf dem Fahrzeug austesten kann und dabei die optionalen Sonderausstattungen erläutert bekommt. Der deutsche Dübelhersteller Fischer nutzt in einem persiflierenden Videoclip ebenfalls sadomasochistische Sujets zur Darstellung der Qualität seiner Produkte. In den USA tritt Anheuser-Busch als Sponsor der Folsom Street Fair auf, und die Jeansmarke Diesel schaltete in den letzten Jahren wiederholt sadomasochistische Anzeigenmotive in Modemagazinen. Die Markenanbieter persiflieren hierbei teilweise weitverbreitete Klischees und versuchen sich durch den angedeuteten Tabubruch erhöhte Aufmerksamkeit zu sichern und zugleich das Image der betroffenen Marken unkonventioneller und prägnanter zu gestalten. PodcastsNachdem die unterschiedlichsten Möglichkeiten des Internets in den vergangenen Jahren immer wieder recht schnell aufgegriffen wurden, um Informationsangebote zum Thema BDSM bereitzustellen, werden seit Mitte 2005 zunehmend auch Podcasts angeboten, die den Schwerpunkt BDSM haben. Mit der zunehmenden Verbreitung von Videoplattformen wie YouTube finden sich auch auf diesen immer häufiger entsprechende Informationsangebote in Form selbstproduzierter Videoformate. ZeitschriftenIn den letzten Jahrzehnten erschienen wiederholt regelmäßige Publikationen zum Thema BDSM. Neben Kleinstverlagen waren hier auch organisierte Gruppen und Vereine aktiv. Einige Publikationen waren freies forum, Lack & Leder, Der gelbe Onkel, Marquis', Neue Gerichtszeitung, "O", RS-Magazin, Skin Two, und Twilight. Die meisten Printmedien wurden zwischenzeitlich wieder eingestellt oder wechselten ins Internet. Die erstmals 1988 als Vereinszeitschrift erschienen Schlagzeilen gelten heute als zentrales Magazin der deutschsprachigen BDSM-Subkultur. Die regelmäßig erscheinende Zeitschrift wird vom Charon-Verlag in Hamburg herausgegeben. Ähnliche Themen:
Verwandte ThemenIndex: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "BDSM" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=BDSM&action=history
|
|