Alfred DouglasLord Alfred Bruce Douglas (* 22. Oktober 1870 in Worcestershire; gest. 20. März 1945 in St. Andrews) war ein britischer Dichter, Übersetzer und Schriftsteller. Berühmt wurde er als Freund und Liebhaber des irischen Schriftstellers Oscar Wilde . LebenJugendAlfred Douglas war der dritte Sohn des 9. Marquess von Queensberry (bürgerlicher Name: John Douglas) und seiner ersten Ehefrau Sybil geb. Montgomery. Seine Mutter gab ihm als Kind den Kosenamen "Bosie", dies ist eine Verniedlichung von "boy", in deutsch ähnlich "Jungchen" oder "Jünglein". "Bosie" blieb Alfreds lebenslanger Spitzname. Während Alfreds Beziehung zu seiner Mutter sehr liebevoll war, war das Verhältnis mit dem von Zeitgenossen als aggressiv und exzentrisch beschriebenen Vater angespannt und problematisch. Douglas besuchte von 1884 bis 1888 das Winchester College. 1889 bis 1893 war er Student am Magdalen College der Oxford University, verließ die Universität jedoch ohne Abschluss. Während der Zeit in Oxford hatte Douglas homosexuelle Kontakte zu Kommilitonen und Prostituierten. Die Zeit mit Oscar WildeJahre der Partnerschaft1891 lernte Douglas den damals 37jährigen Schriftsteller Oscar Wilde kennen. Das Verhältnis der beiden war zunächst freundschaftlich und ähnelte einer Vater/Sohn-Beziehung, in der Wilde dem viel jüngeren Douglas die intellektuelle Stimulanz und Anerkennung gab, die Alfred bei seinem Vater vermisste. Ein halbes Jahr nach ihrem ersten Zusammentreffen wurde aus der Freundschaft eine Partnerschaft, die bis zu Wildes Verhaftung 1895 andauern sollte. Auch in Alfreds Verhältnis zu Wilde gab es Konflikte, die oft durch die unterschiedliche Standeszugehörigkeit (Adel und Bürgertum) und damit verbundene Lebenshaltung bedingt waren. Laut Aussagen von Douglas und Wilde endete ihre sexuelle Beziehung bereits nach kurzer Zeit und wurde zu einer rein emotionalen Liebesbeziehung . Douglas führte Wilde in die Londoner "demi-monde" der männlichen Prostituierten ein, in welcher der ältere Schriftsteller im Gegensatz zu seinem jungen Partner noch keine Erfahrungen gemacht hatte. 1893 hatte Douglas eine kurze Affäre mit George Ives, einem Studienfreund. Die Prozesse1895 hinterließ Alfreds Vater, der seit längerer Zeit ein "anstößiges" Verhältnis zwischen Wilde und seinem Sohn vermutete, in Wildes Klub eine an den Schriftsteller adressierte Visitenkarte mit der schwer leserlichen Aufschrift: "To Oscar Wilde posing as a somdomite(sic!)" (Für Oscar Wilde , posierender Sodomit (=Homosexueller)). Auf Alfreds Drängen hin und entgegen den Ratschlägen anderer Bekannter reichte Wilde eine Verleumdungsklage gegen den Marquis von Queensberry ein. Wilde verlor den Prozess und wurde selbst unter Anklage der Unzucht verhaftet. Douglas' Gedicht "Two Loves" wurde im Prozess gegen Wilde verwendet (Das Gedicht endet mit der Zeile: "the love that dare not speak its name", eine Umschreibung der gleichgeschlechtlichen Liebe vor allem zwischen Männern.) Wilde wurde zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Auch Douglas' potentielle sittliche Vergehen wurden rechtlich geprüft, das mögliche Strafverfahren wurde jedoch wegen beschlossener Geringfügigkeit nicht aufgenommen. Douglas verließ in der Folge England und reiste durch Europa und nach Ägypten. Nach Wildes Haftentlassung trafen sich Wilde und Douglas wieder und lebten für einige Wochen gemeinsam in Neapel. Danach beendeten sie ihre Beziehung endgültig. In den folgenden Jahren äußerte sich Douglas oft abfällig über Wilde und bestritt eine Verbindung zu dem Schriftsteller, die über eine oberflächliche Freundschaft hinausging. 1918 bezeichnete Douglas Wilde während einer Zeugenaussage in einem Rufmordprozess der Schauspielerin Maud Allan als: "Die größte Macht des Bösen, die in den letzten 350 Jahren in Europa aufgetaucht ist" ("the greatest force for evil that has appeared in Europe during the last three hundred and fifty years.") Weiteres LebenNach Wildes Tod in 1900 lernte Douglas die Dichterin Olive Eleanor Custance kennen. Die beiden heirateten 1902 und bekamen im gleichen Jahr einen Sohn, Raymond Wilfred Sholto Douglas (17. November 1902 bis 10. Oktober 1964). 1911 konvertierte Douglas zum katholischen Glauben. 1923 wurde Douglas zu einer sechsmonatigen Haftstrafe wegen Rufmord verurteilt: er hatte Winston Churchill als Verbündeten einer "jüdischen Verschwörung" bezichtigt, die den Tod des britischen Kriegsministers Horatio Herbert Kitchener zu verantworten hätte. Die Haft schadete Douglas' Gesundheitszustand langfristig. Sein Sohn Raymond litt an Schizophrenie und wurde 1927 in das St. Andrews Hospital, ein Heim für psychisch Kranke, eingewiesen. Dort lebte er bis zu seinem Tod 1964. 1944 verstarb Douglas' Frau Olive an einem Schlaganfall. 1945 starb Douglas an einer Herzinsuffizienz. Er wurde neben seiner Mutter auf dem Franziskaner-Friedhof in Crawley, West Sussex, bestattet. WerkBiographienWeblinksVerwandte ThemenIndex: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Alfred Douglas" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Alfred+Douglas&action=history
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