Für jeden 4. Jungen sind Standard-Kondome zu groß

Warum haben so viele Jugendliche Probleme mit Kondomen? "Das Gummi rutscht immer ab" oder "Kondome sind mir zu groß" sind Probleme, mit dem sich immer wieder Jungen an das Dr.-Sommer-Team wenden. Mit einer "Penis-Mess-Aktion" unter 12.970 männlichen Usern ist Bravo dem Problem jetzt auf den Grund gegangen.

Das Ergebnis: Für jeden 4. befragten männlichen Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 20 Jahren sind handelsübliche Standard-Kondome zu groß. Für jeden 5. befragten Jungen gibt es überhaupt kein passendes Kondom.

Die Fakten: Standard-Kondome, die Jugendliche in Drogerien und Supermärkten kaufen können, haben eine Breite von 52 Millimetern. Das entspricht einem Penisumfang von größer/gleich 10 Zentimetern. 27,6 Prozent der Befragten haben einen Penisumfang von unter 10 Zentimetern - für sie sind Standard-Kondome zu groß. Zwar gibt es auf Bestellung in der Apotheke und im Internetversandhandel Kondome, die 3 Millimeter schmaler sind als der Standard, diese sind für Jugendliche aber nur schwer erreichbar.

Für jeden 5. Jungen (20,4 Prozent) mit einem Penisumfang von 9,5 Zentimetern und weniger sind auch diese Kondome zu breit. Für sie gibt es überhaupt keine passenden Kondome. Kondom-Pannen vorprogrammiert. Laut der Studie "Dr.-Sommer - Liebe, Körper, Sexualität" (Februar 2006 unter 1.447 elf- bis 17-Jährigen) erleben die meisten Jungen ihr erstes Mal zwischen dem 15. und 17. Lebensjahr. Fast alle Jugendliche verhüten beim ersten Mal mit Kondom.

Das Resümee von Frau Dr. Eveline von Arx, Leiterin des Dr.-Sommer-Teams: "Kondome sind bei richtiger Anwendung das sicherste Verhütungsmittel. Denn es schützt nicht nur wie alle anderen Verhütungsmethoden vor ungewollter Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Wenn Jugendliche von Anfang an die Erfahrung machen, dass Kondome nicht richtig passen und abrutschen, sind sie von Gummis schnell genervt und benutzen sie - aus Scham oder Frust - auch später nicht. Das ist ein ernstes Problem."

Autor: Bravo
Nachricht vom 14.02.2008

Weitere Nachrichten: